Rezension-Herzgespinst/Usch Luhn

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Rezension:
HERZGESPINST           
LUHN, Usch

Buchzusammenfassung:

Julia und Oliver lieben sich wie Geschwister, sind immer da, trösten einander, helfen. Sie halten zusammen, kämpfen gemeinsam. Sie sind sich sicher: Dieses Band, es existiert nur bei ihnen, es wird ewig halten. Doch Oliver verliebt sich, kümmert sich weniger um Julia. Und diese entdeckt plötzlich, dass sie mehr für ihren 'Bruder' empfindet, als sie dachte. Dann gibt es einen Toten. Und einen Mörder. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...


Umschlag des Buches:
 

Die Schnörkel und der Apfel in dieser zarten Hand erinnern mich an Märchen... Und das könnte wiederum gewollt sein, denn in dem Buch wird oft von einem Märchen erzählt. Nein, ich korrigiere mich: Es ist gewollt! Dass 'Herz' und 'Gespinst' in verschiedenen Farben gedruckt sind, fällt dann noch einmal auf. Hier wird dann schon auf ein Thema in dieser Geschichte hingewiesen, das ich jedoch nicht verrate, sonst würde es euch die Neugier rauben. Die Farben sind passend gewählt, das Bild und die Schnörkel fallen einem sofort auf. 

Der Schreibstil: 


Vom Schreibstil war ich nicht ganz begeistert, denn vor allen Dinge störten mich die englischen Wörter, die die Jugendlichen in dem Buch gebrauchten. So reden einfach keine Jugendlichen... Und das kann ich bestätigen, denn ich bin eine Jugendliche. Sie haben manchmal eine wirklich schreckliche Sprache, dennoch gibt es bei ihnen auch manch Limit. Hier möchte ich ein Beispiel geben, damit ihr mich versteht: 

'Julia cruiste kreuz und quer durch die öden Siedlungen der Vorstadt.' Seite 43, erste Zeile. 
Na, gut, vielleicht beschreibt es nicht ganz, was ich meine, aber so versteht ihr mich wahrscheinlich doch ein kleines bisschen besser. Ansonsten fand ich ihre Art gut.   

Der Inhalt: 


Man bekommt ein gutes Gespür, was für eine Freundschaft Julia und Oliver haben. Man lernt sie zuallererst besser kennen, lernt, wie sehr sie einander als Freunde brauchen. Dass die Freundschaft im Vordergrund stand, war wirklich schön. Es wurde nicht sofort auf die 'Action'-Hupe gedrückt, sondern langsam kam Spannung von selbst auf, je schneller man bemerkte, dass da mehr sein sollte als nur 'Geschwisterliebe'.

Erst ganz am Ende werden Thrillerelemente freigesetzt, die einen wirklich an dem Buch festkleben lassen, einen zwingen, weiter- und weiterzulesen. Durch die geschickt verwobenen Gefühle, die voller Unklarheiten stecken, wird die Spannung geschürt und geschürt, dass einem wirklich an manchen Stellen unheimlich wird. Das hat Usch Luhn wirklich fantastisch gemacht! Großes Lob. 
Was mich allerdings sehr störte, waren Olivers Gefühle. Doch dazu komme ich später (siehe Charakter).
Was bleibt mir noch über den Inhalt zu sagen? Es war wirklich sehr fesselnd. Und einfach genial, wie die Autorin es schaffte, aus diesen Gefühlen eine dramatische Situation zu bauen, ohne irgendwelche typischen 'Thrillermomente' zu gebrauchen. 
Und, das Wichtigste, was mich endlos begeistert hat, war dieser Schockmoment am Ende.
Obwohl das Ende wirklich plötzlich ist und vielleicht übereilt, finde ich gerade dies gut so, denn sonst, wenn dieser Schock langsam vorbereitet wäre, wäre ich wohl nicht so erschrocken. 

Die Charaktere:

Zu meinem Bedauern muss ich aber gestehen: Beide Hauptprotagonisten (Julia und Oliver) waren mir wirklich zuwider. ...  Zum Anfang hin gefiel mir Oliver sehr, doch nach und nach ekelte er mich an, da er sich 'mal in ein Mädchen verliebte, schließlich ein anderes fand. Hierbei belasse ich es, denn ansonsten werde ich wieder gram und schmeiße mein Buch gegen die Wand. Ja. Ich weiß. Keine nette Behandlung. Und man müsste ja meinen, nach all meiner (beinahe) positiven Kritik, würde ich so etwas doch nicht tun. Ich enttäusche euch. Ich tat's. Ich schmiss das Buch gegen die Wand. Weil ich an den Personen wirklich keinen einzigen Gefallen fand.  
Julias Handlungen waren für mich gar nicht nachvollziehbar. Bei ihr ist es wahrscheinlich von der Autorin gewollt. Das besänftigte dann ein wenig meinen Zorn. Manchmal störten mich ihre Handlungen hingegen viel, viel zu sehr.

Das Ende:


Wie schon gesagt: Recht knapp und plötzlich, vielleicht ein wenig übereilt. Und trotzdem zufriedenstellend. Ein interessantes Ende (für mich, weil ich die Psychoanalyse wirklich mag, und da eine Aufgabe auf mich wartete). Mehr gibt es nicht zu sagen. 


Der passendste Satz:


'Julia, du bist echt abgefuckt', sagte er mit heiserer Stimme. 

Usch Luhn, 'Herzgespinst', Seite 256, Zeile 13-14. 
cbt Verlag

Gerade diesen Satz suchte ich aus, weil er einfach PASSEND war. 

Hier der Link zur Verlagsseite.

Fazit: 


Ein guter Thriller, der uns in die Welt der Psychologie einführt, sehr starke Spannung bereithält, aber leider mit sehr unleidlichen Figuren aufwartet. Und da ich dies ziemlich ärgerlich fand, müssen leider ein paar Punkte verschwinden...


3/5

Titel: Herzgespinst
Autor(in): Usch Luhn
Verlag: cbt        Preis: 9,99 Euro

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