Erzählung: 'Sie stehen stramm'

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Sie stehen stramm
Sie stehen gerade, stehen stramm. Zügig werden sie vorgeschickt, einer nach dem anderen. Die wenigen bleiben zurück, die wenigen, die wenigen mit den Gedanken. Sie sind alle alleine und fühlen sich in dieser vertrauten Welt fremd.

Es gibt ihn nicht, diesen ruhigen Frieden, nicht für sie, niemals für sie. Ganz still sind sie, die Männer, nur jetzt, wenn sie gehen müssen, denn sie kennen diese fremde Welt, sie kennen diesen fremden Tod. Sie sind alle so erschöpft und müde, sind alle so kraftlos. Sie kämpfen nicht länger für den Frieden, doch kämpfen sie um ihr Leben.

Ganz kurz gleitet ihr Blick über mich, sie sind meine Feinde. Ich halte das Bajonett gesenkt, möchte nicht mehr, möchte nicht mehr gegen all diese Ungerechtigkeit kämpfen. Zu sehr hat man uns belogen, zu sehr hat uns das Leben betrogen. Das Leben, das Leben. Es ist ihnen wie uns genommen worden, ach, sie sterben alle, sie sterben alle wie die Fliegen im Winter.

Ich möchte ihnen helfen, möchte sie retten, vor dem Tod, vor dem Leben. Sie sterben vor mir, sterben, wenn ich ihnen helfen will. Sie sterben meines Gewehrs wegen.

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