Erzählung: 'Das Glück der Liebe und des Glücks Liebe'

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Das Glück der Liebe und des Glücks Liebe
Er ging zum Haus des Glücks, zum Haus seines Glücks. Und er blieb stehen und dachte, ach, kann es denn, kann es denn Wirklichkeit sein? Diese Wirklichkeit, er fühlte sie, spürte sie in seiner Melancholie umherpendeln, spürte sie in den Worten, spürte sie in den Gliedern. Er war schmal, musste kämpfen. - Nein, seufzte er, nein, dieses Leid, des Fröhlichkeits Leid ist unerträglich. Nie sah ich Schrecklicheres auf Erden, nie. Denn liegt nicht in der Fröhlichkeit, im Guten der Gefühle der tiefste Schmerz, das tiefste Sehnen? - Er drehte sich, sah die Menschen, die vorübereilenden, bat um Vergebung, doch, frug er Gott, ob es sein könne. Ob es denn sein könne, dass das Glück ihn liebe, dass sein Glück ihn liebe. Und Gott beugte sich hinab, beugte sich zu ihm auf die Erde hinab und sah ihm leicht und heiter lächelnd in die Augen: Was, Sohn, bangst du? 'Den inneren Tode durch des Glücks Fehlen.'
Was, sagte der Gott, was begehre er denn. - Nur das Glück, Vater, Herr, nur das Glück.'
'Na, sprach der grinsende Gott, na, nach welchem Glücke sehnst du dich denn? Dem Ewigen?' Nein. Oh, Vater, nur nach dem Glück der Liebe und der Liebe meines Glücks. -
Fürchtest du dich vor deinem Glück? - Ja, Herr, es ist der Fall. Wenn man fällt, Herr, dann wird es niemals wieder Glück geben, niemals, Herr und Vater.
Und doch bist du hier, Mann, verletzter Mann, der nach seinem Glück sucht, der des Glücks Liebe begehrt und das Glück der Liebe. 'Recht habt Ihr, Ehrwürdiger, aber, oh, begehre ich es so sehr, dass es der tiefste Fall wird.' - Na, vielleicht, Mann, wird es nie einen Fall geben.
Herr, sagte er, der sein Glück suchte, der es zu sich bat, nein, Herr, fallen, ja, Herr, fallen werde ich wohl, denn jeder Mensch fällt. Ihr seid Gott, ihr könnt es nicht. So wisst ihr auch nichts über unser Leben, da Ihr es nicht führen könnt. Ihr seid ja Gott.
Und der Gott zeigte zum Haus: Dort, dort befindet sich dein Glück, dorthin musst du, dorthin willst du.
Er, der Suchende, trat einen Schritt zurück. Nein, gehen kann ich nicht, nein. Dieses Glück, nein, es wird mir nicht gehören. Ich begehre es, doch, oh, nein, es wird mich nicht lieben, dieses Glück. Und mein Glück wäre, würde es mich lieben.
Der Gott, ein wenig zornig über seinen Schützling, schüttelte den Kopf, warf die Haare umher, dass plötzliches Gold in diesem Braun erschien, dass all die dunkle Pracht zur Helle wurde. Und in dieser gleißenden Helle erkannte er, dieser Unglückliche, ein Bild, sah ein Mädchen, ein einsames. Er fand neben es einen jungen Mann, dessen Hand die seine ergriff. Er sah es, sein Mädchen, nur es. Und er hatte fortwährend von ihm geredet, von diesem Glück. War dieses schöne Wesen es gewesen, das Glück, das er brauchte.  

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