Rezension: Wish u were dead / Todd Strasser

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Rezension:
WISH U WERE DEAD
STRASSER Todd alias RHUE Morton



Buchzusammenfassung:

Soundview ist ein Ort, an dem die Reichen leben, in dem es sicher ist. Bis ein Blog (der Blog von an-G-kozzt) geführt wird, in dem der beliebten Lucy Cunningham und ihren Freunden aus der In-Clique der Tod gewünscht wird.

Plötzlich verschwindet Lucy nach einer Partynacht spurlos. Kurz darauf die zweite Person. Lucys Freund Adam, der ebenfalls auf der Liste von an-G-kozzt stand... 

Umschlag des Buches:


Durch den Umschlag hätte ich eher nicht zu dem Buch gegriffen. Ein wenig einfallslos finde ich ihn, und ein wenig unscheinbar. Ein paar Blutspritzer und dunkle Farben zeigen dann auch das dies ein Thriller ist, ein Spannungsroman. Nur das Mädchen scheint ein wenig falsch am Platze, denn 1. Madison ( hier die Hauptperson im Roman) stelle ich mir nicht so vor, 2. denkt man eher, es diene nur als Dekoration, 3. ist Madison nicht unbedingt von Bedeutung in dieser Geschichte (siehe Inhalt). 


Der Schreibstil:


Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, leicht zu lesen und unterhält. Was ich jedoch ein wenig schade fand, war, dass diese Trauergefühle Madisons nicht wirklich zu mir durchdrangen, nicht wirklich verständlich für mich waren. Außerdem hatte ich oft meine Probleme mit den Orten und den Personen. Man wird einfach in die Handlung hineingeworfen, und es wird nicht immer erklärt, mit wem man sich wo und wann befindet. Dadurch gestaltete sich das Eintauchen ein wenig schwieriger.

Was ich als positiv bemerken muss: Der Autor kritisiert meistens durchgehend. Die Kritik ist aber mit selbst wenigem Nachdenken aufspürbar, immer in den Zeilen vorhanden und spürbar, dennoch drängt sie nicht auf oder fällt einem durchweg ins Auge, sodass es ein wenig als nervend empfunden werden könnte.

Der Inhalt:


Todd Strasser hat eine Geschichte geschrieben, die voller Kritik steckt und gleichzeitig glänzend unterhält. Abends oder für zwischendurch ist dies eine gute Lektüre, wobei man jedoch immer genug Zeit haben muss, damit man den Gedanken Strassers auch folgen, damit man über all diese Ungerechtigkeiten, die er erwähnt, in Ruhe nachdenken kann. 

Hierbei muss ich anmerken, dass die Hauptperson, Madison, eher als Heranführer an all diese Kritik fungiert. Hier, in dieser Geschichte, spielt sie keine große oder bedeutende Rolle, sondern funktioniert als 'Vorwurfspunkt', der untersucht und als Beispiel genommen werden kann.  
Was ich jedoch zu bemängeln habe, ist hier ein ganz klarer, logischer Fehler. Doch vielleicht empfinde ich dies als einzige. 
Im Buch wird am Anfang erwähnt, dass Madison und Lucy ehemalige, beste Freundinnen waren. Und doch wird häufig im Roman erwähnt, dass Madison sich so schrecklich um Lucy, ihre 'Freundin', sorgt.
Erkläre mir das jemand. Und zwar verständlich, dass ich es nachvollziehen kann. 

Die Geschichte ist fesselnd, obwohl die Idee sicherlich nicht neu ist, dennoch gefiel sie mir schrecklich gut. Und das liegt daran, dass diese Art, wie die Verschwundenen gefoltert werden, einleuchtend ist und gleichzeitig erschreckt, obwohl sie kaum Gewalt aufweist. 

Die Szenen am Ende ( mit kaum Gewalteinwirkung) sind brutal. Dieses Gefühl, das mich beschlich, nachdem ich von den Schrecken, die den Gefangenen angetan werden, gelesen hatte, schaukelte zwischen Mitleid (selbst wenn die Personen einem nicht unbedingt sympathisch sind. Dies wünscht man keinem, diese Qualen) und Entsetzen. Hierbei belasse ich es, denn es ist wirklich schwierig, das anders zu formulieren, ohne dass ich etwas über den Inhalt verrate. Bei diesem Roman ist es das Beste, wenn man so wenig wie möglich im Vorhinein weiß. 

Obwohl ich es manchmal etwas gezogen fand, wird die Spannung immer durchweg gehalten, bleibt gleich, da man nicht weiß, was nun mit den Verschwundenen passiert ist, ob sie jemals auftauchen werden.   


Die Charaktere:


In Madison vereinen sich viele Charakterzüge. So ist sie nicht nur gut oder böse, hat sie nicht nur Recht oder Unrecht, sondern befindet sich im Grau. Sie hat ein soziales Gewissen, besitzt aber die Mitgliedsschaft in der In-Clique. Einerseits kritisiert sie dieses Kastenverhalten, findet jedoch keinen anderen Ausweg aus ihm, sondern verschanzt sich ebenfalls in der Sicherheit dieses Clans.  

Ihren Gedanken zu folgen, fällt nicht schwer. Oft weiß man nicht mehr als sie, obwohl für den Leser Einträge des Blogs fettgedruckt stehen, ebenfalls wie die Szenen, die sich mit den Entführten abspielen. 
Eigene Vermutungen, wer denn nun der Täter sein könnte, werden erfolgreich zerstreut. Ich wage zu behaupten, dass kaum die Möglichkeit besteht, herauszufinden, wer es ist, obschon der Autor Hinweise gibt. Bloß ab einem bestimmten Zeitpunkt im Roman (und das beinahe am Ende) findet man es heraus. Ein gutes Versteckspiel. 
Doch jetzt schweife ich von den Charakteren ab:
Madison gefiel mir recht gut, war sie doch ein Mensch mit Fehlern. Jedoch fand ich, stellt sie sich in ein paar Augenblicken wirklich dumm an, wo selbst der Leser genau weiß, dass da irgendetwas passieren könnte. Doch vielleicht nennt man das auch nur Unvorsichtigkeit... 
Die anderen Figuren erfüllen ihre Rollen perfekt. Nichts wirkt gestelzt, alles nur glaubwürdig. Das Verstehen der Beweggründe gelang mir (es hat mich auch erstaunt) recht einfach. Personen, die ich nicht mochte, konnten bei mir keinen vollkommenen Ekel hervorrufen, den ich zurzeit oft beim Lesen verspüre.

Das Ende:


Das Ende empfand ich als einerseits schön und doch traurig und unzufriedenstellend. Ich hätte gerne mehr über die früheren Opfer des Entführers gewusst. Andererseits machen diese nur kleinen Häppchen der Informationen, die man am Ende sammelt, diese schön geheimnisvolle Atmosphäre aus. 


Hier muss man sich gefasst machen, dass diese Geschichte keineswegs mit einem vollkommenen Happy End endet, sondern auch ihre Schattenseiten besitzt, die einen Ton Trauer über allem liegen lassen.     


Ein Satz, in dem ein tolles Wort steckt:


> 'Er hat gesagt, dass er meine Bereitschaft schätzt, mich im Unterricht einzubringen, mich aber bittet weniger auf Konfrontationskurs zu gehen', erklärte Tyler. <

Todd Strasser, 'Wish u were dead', Seite 99, Zeile 16-18; CARLSEN

Hier der Link zur Verlaggseite.

'Konfrontationskurs'... Hmm, das gefällt mir wirklich außerordentlich gut! (Und vielleicht sollte ich mir das auch einmal zu Herzen nehmen.) 
Nachschub: Tyler ist eine sehr bemerkenswerte Person. 

Fazit:     


Der Leser wird in eine spannungsreiche Geschichte entführt, die gleichzeitig unglaubliche Ansprüche erhebt und doch mit Entspannung aufwartet.
  

4/5 

Titel: Wish u were dead
Autor(in): Todd Strasser alias Morton Rhue
Verlag: Carlsen          Preis: 5,95Euro 

Kommentare :

  1. Ich fand das Buch so super mega gut das ich es aus Schularbeit wählte XD

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  2. Ja, es ist wirklich ein tolles Buch, das gelesen werden sollte.
    Und für eine Schularbeit eignet es sich wirklich besonders gut, es ist leicht zu verstehen, nachdenklich, kritisch und unterhaltend...! :D

    Liebe Grüße,
    Pie Rath.

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  3. Ist Megan zum Schluss tot? Habe nicht ganz verstanden ob sie jetzt noch lebt oder sie auch ermordet wurde. Stand ja nichts davon dass man ihre Leiche fand...

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    1. Leider kann ich dies nicht beantworten, da ich mich nicht mehr genau an den Inhalt des Buches erinnern kann...

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