Rezension: Die Flammende/Kristin Cashore

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Rezension: 
DIE FLAMMENDE Band 2
CASHORE, Kristin


Buchzusammenfassung

Fire ist unglaublich schön... und ein Monster, das letzte Monster in den Dells. 
Sie ist gefürchtet, denn ihre Schönheit bezaubert Männer und Frauen, lässt sie entweder Fire bewundern und lieben oder versetzt sie in rasende Wut und starken Hass, dass sie ihr schaden wollen. Doch Fire kann auch in die Köpfe der Menschen eintauchen und sie manipulieren. 
Fire ist einsam, traurig, da sie alleine ist. 
Das Königreich jedoch ist in Teile zerstückelt, und ein Krieg wird heraufziehen. Fire wird somit an den Hof König Nashs gebracht und begegnet dort dem Prinzen Brigan, der sie fasziniert, aber auch am Anfang ängstigt. Und währenddessen muss Fire sich fragen, ob sie ihre entsetzliche Macht, in die Gedanken anderer einzutauchen, dazu nutzen möchte, dem König zu helfen...  


Umschlag des Buches

Das Cover mit seiner herausstechenden Farbe finde ich sehr auffällig und schön. Es ist vielleicht nichts allzu Besonderes oder Beeindruckendes, passt aber zu dem Cover des Vorgängerbandes. Die Helle jedoch erzählt ein wenig von der Sanftheit, die im Schreibstil wiederzufinden ist. 

Der Schreibstil

Behutsam, so furchtbar sanft schreibt die Autorin. Ihr Schreibstil ist ausgereifter als in Band 1, jedoch immer noch so schön und einfangend. Dramatik kommt einzig alleine aus den Gefühlen, die der Schreibstil gelungen erweckt. 
Durch die Milde scheint jedoch all die Grausamkeit, die die Autorin beschreibt, so viel weniger schrecklich und ist deswegen so vollkommen entsetzlich. Diese Weiche ist mit ihrem Übel, dem Grauen unglaublich entwaffnend. 

Der Inhalt

Hier möchte ich keine falschen Hoffnungen für diejenigen säen, die denken, dies wäre bloß ein Liebesroman. Nein, ist er wohl eher nicht, denn vor allem werden hier Fires Gefühle beschrieben, sowie ihre Welt, der Krieg, die Machtspielchen. Während der Geschichte wächst Fire aus sich heraus, wird stark und stärker. Kristin Cashore erzählt viel über den Selbstfindungsprozess, über Zweifel, über Zerrissenheit und Trauer, über Leid, das einem ungerechterweise angetan wird, sei es durch die Bösartigkeit eines Verwandten oder das tägliche Leid der möglicherweise sterbenden Verwandten.
Im Buch gibt es manche romantische Stellen, jedoch sind diese eher weniger vorhanden und fallen meistens auch nicht besonders lang aus. Mich überraschten Fires Gefühle für Brigan beim zweiten Lesen des Romans (Ja, das Buch las ich bereits vor einem oder zwei Jahren), da sie scheinbar plötzlich auftauchten, ohne sichtbare Gründe. Was vielleicht auch daran liegt, da Brigan und Fire sich kaum für längere Zeit begegnen. Das fand ich ein wenig schade, da besonders viel im Klappentext über ihre Liebe zueinander geredet wird.
Der große Ideenreichtum der Geschichte ist sehr unterhaltend. Es werden Dinge ausführlich beschrieben, jedoch nicht so, dass sie den Leser langweilen könnten. So ist Cashores Welt faszinierend und voller Fantasie.
Die Autorin redet vor allen Dingen über Grausamkeit, Manipulation und Macht. Ernste Themen, die zum Nachdenken anregen und in eine interessante Geschichte verwebt werden.  

Die Charaktere

Fire ist ein sehr interessanter Charakter. Zum einen möchte sie ihre Macht über andere nicht nutzen, weil sie deren Privatsphäre respektiert und andererseits möchte sie es nicht tun, da ihr Vater alle Menschen um ihn herum mit Vergnügen manipuliert und lauter Leid verursacht hat. Fire hasst ihn, liebt ihn dennoch, da er ihr Vater ist und der einzige, der sie versteht, obwohl beide vollkommen unterschiedlich sind. Diese Zerrissenheit empfand ich in keinem Moment als nervend, fand diese Gefühle sehr greifbar. Eine unglaubliche Nachdenklichkeit liegt in Fires Gefühlen, wodurch der Leser selbst zum Analysieren dieser Person animiert wird. 
Doch leider, als Fire jemanden verliert, der ihr sehr wichtig ist, und sie beginnt, sich zurückzuziehen, jedermann von sich zu stoßen, verwandelte sich mein Wohlwollen ein wenig in Ärger, denn Fire lässt sich sehr gehen. Ich konnte sie verstehen, zu einem großen Teil, doch da, sobald sie den anderen selbst Schmerzen zuzufügen beginnt, schmälerte sich ein wenig mein Respekt vor ihr.
Obschon Fire viele interessante Facetten aufzeigt, ist sie nicht die einzige, die einen bezaubern kann. So gibt es noch Archer, ihr Freund, mit dem sie eine eigenartige, wenn nicht einzigartige Beziehung führt. Archer liebt Fire (ob dies nur als Freundschaft oder schon als Liebe bezeichnet wird, ist jedermanns eigene Interpretation. Ich fand den Grad zwischen beidem, mit Tendenz zur Liebe.) Er ist eifersüchtig, unkontrollierbar und hat seinen ganz eigenen Charme. Und dann gibt es noch all die anderen Figuren in diesem wunderschönen Stück, sind sie alle so vielfältig, so mit ihren eigenen Charakterzügen ausgestattet, dass es einem wahrlich Spaß macht, zu lesen und zu lesen, die Personen zu betrachten. Doch kommen manche Figuren zu wenig vor, bleiben zu blass.

Der bewegendste Satz

> 'Ich will dich nicht lieben, wenn du dann doch nur stirbst', rief sie und vergrub das Gesicht an seinem Arm. <

Die Flammende; Kristin Cashore; 
Seite 437, Zeile 8-9; 
CARLSEN 

Hier der Link zur Verlagsseite.

Das Ende

Meiner Meinung nach, dauert das Ende viel zu lange, wird es hinausgezögert, so als ob die Autorin sich nicht von ihrer Welt, den Figuren verabschieden könnte. Es störte mich, ich wurde ungeduldig. Ansonsten ist es recht gelungen, da weitere Erklärungen über den Krieg erfolgen und die Endsituation erklärt wird. Doch ist es einfach zu lang, denn es scheint ab einem gewissen Punkt, dass die Geschichte erzählt wurde, dass sie dem Ende naht und es doch nicht tut.

Fazit

Ein schöner, nachdenklicher Roman, in der der Fantasie keine Grenzen gesetzt wurden und mit sympathischen, (und was viel wichtiger ist) vielfältigen Figuren aufwartet. 

4,5/5

Titel: Die Flammende
Autor(in): Cashore, Kristin
Verlag: Carlsen                        Preis: (Hardcover) 19,90Euro

Kommentare :

  1. Vielfältige Figuren, ja, das ist richtig. Viel Fantasie spielt auch mit. Nur begeistern konnte mich der Roman leider nicht.

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    1. Jeder Geschmack ist verschieden, genau wie jedes Buch. :P

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