Rezension: Elfenseele-Hinter dem Augenblick/Michelle Harrison

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ELFENSEELE - HINTER DEM AUGENBLICK Band 1
HARRISON, Michelle

Buchzusammenfassung

Tanya kann Elfen sehen, die ihr das Leben zur Hölle machen. Doch Tanja kann keinem von ihrem Zweiten Gesicht erzählen, und so hält ihre Mutter es bald nicht mehr mit ihr aus, fährt sie zu ihrer Großmutter.
Eines Tages stolpert Tanya auf einen Zeitungsartikel, in dem über ein vor 50 Jahren im Wald verschwundenes Mädchen berichtet wird.
Tanya weiß, dass es einen Zusammenhang zwischen den Elfen und dem Mädchen gibt, stößt auf lauter Rätsel, die sie gemeinsam mit Fabian, dem Sohn des Gutsherren von Elvesden Manor, nachgeht, löst.



Umschlag des Buches

Ich finde den Umschlag sehr ansprechend, da er ein wenig mystisch erscheint, von Sagen erzählt. Hier sind Waldfarben gebraucht worden, was dem Ganzen Natürlichkeit verleiht, einen gewissen Zauber verströmen lässt (so wie es all die alten Geschichten über Elfen, Feen, ... tun).

Der Schreibstil

Obschon der Schreibstil für mich keine Besonderheit darstellte, beschreibt er sehr anschaulich, bringt ängstliches Empfinden sehr gut herüber, dass mir selbst mancher Schauer über den Rücken jagte. 
Der Schreibstil wird sehr einfach gehalten, kennt doch Momente der alten Sprachweise, die mich dann begeistert haben.

Der Inhalt

Der Roman gibt ein rasches Tempo vor, wobei der Anfang schon sehr spannend beginnt. Doch gibt es hin und wieder ein paar Stellen, bei denen man vorblättern möchte, was zum einen an den Protagonisten liegt, zum anderen aber daran, da man das Gefühl hat, man komme mit der Geschichte einfach nicht weiter.
Was mir besonders gefiel, ist, dass die Elfen nicht (wie in den meisten Büchern heutzutage) ihre alten Gewohnheiten (und somit ihren wahren Zauber) verloren haben. So werden Sagen eingewebt, ist das kleine Volk, wie es in den alten Schriften beschrieben wird, manchmal grausam, hinterhältig, sind ihre Verhaltensweisen die aus vergangenen Zeiten. Die Sagen werden zum Leben erweckt, trifft das Alte auf Neues, entfaltet all Magie, die dem Vergangenen angehört. So kann man sich vor Elfen schützen, in dem man einen Nagel bei sich hat, Rot trägt usw. 
Was außerdem an dem Roman so Spaß macht, sind all die Geheimnisse, die es zu lösen gilt, bei denen man ins Grübeln gerät. Und der Roman wartet ebenfalls mit Schreckensmomenten auf, sodass der Leser fürchtet, gleichzeitig lacht, weil es so schön schaurig ist.
Jedoch kommt hier trotz allem ein Kritikpunkt: Für meinen Geschmack stellt Tanya sehr oft sehr dumme Fragen, die der Leser schon im Vorhinein beantworten kann. Und dass Tanya ihrem Freund Fabian (obwohl sie schon einiges gemeinsam erlebt haben) nicht reinen Wein einschenkt, ging mir auch ziemlich auf den Keks. Es wird so hinausgezögert, dass es schon nicht mehr interessant ist.

Die Charaktere

Die Charakter benehmen sich wie Dreizehnjährige es tun, was nicht verwunderlich ist, da sie sich auch in diesem Alter befinden, doch ich persönlich kann mich damit nicht anfreunden, denn an manchen Stellen kommt es überdeutlich heraus.
War mir Will Henry in 'Der Monstrumologe' (obwohl er zwölf Jahre ist) viel sympathischer als Tanya. Empfand ich Tanya in manchen Momenten als lästig.
Doch Fabian konnte mich vollauf überzeugen. Ich mochte seine Art, wurde nie ärgerlich über ihn.
Tanyas Großmutter ist ein wenig blass geraten, sowie manch anderer Charakter. Und viele fand ich austauschbar, stereotypisch. 

Die bewegendsten Sätze

'Reds bemitleidenswerte, blutüberströmte Finger. Red, deren Blut sich mit dem ihren vermischte, als sie nach ihrer Hand griff. Und Red hielt sie, wiegte ihren Kopf.'

Elfenseele - Hinter dem Augenblick; Michelle Harrison;
Seite 356; Zeile 27-29;
LOEWE

Hier der Link zur Verlagsseite.

Das Ende

Das Ende geht schnell vonstatten, zögert sich nicht hinaus, ist sehr gelungen, da es sich demnach nicht als überstürzt, noch als zu lang erweist. 
Dass es einen Epilog gibt, erscheint nützlich. Doch der Prolog erfüllt nicht seinen Zweck, sondern erzählt schon von vielen, späteren Begebenheiten im Roman, sodass Spannung genommen wird, Überraschungen nicht mehr als solche empfunden werden.

Fazit

Ein unterhaltender Roman mit vielen Wendungen, viel Spannung. Ein Roman, der von alten Sagen handelt und somit bezaubernd ist. 
Doch zeigt er uns eine Protagonistin, die an manchen Stellen dumm handelt und (vor allem) fragt.

4/5

Titel: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
Autor(in): Harrison, Michelle
Verlag: LOEWE                               Preis: (Hardcover) 16,90Euro 

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