Rezension: Back to Paradise/Simone Elkeles

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BACK TO PARADISE        Band 2
ELKELES, Simone

Buchzusammenfassung

Eines Nachts streifte Caleb, der betrunken war, bei einem Autounfall, Maggie, verletzte sie schwer, sodass diese für ihr Leben lang hinken wird und Narben an den Beinen davonträgt.
Caleb verlässtParadise, möchte Maggie, die er so oft verletzte, die er liebt, vergessen. 
Doch beide nehmen an einem Programm in den Sommerferien teil, treffen wieder aufeinander. Und ihre Gefühle entflammen von Neuem. Sind sie jetzt stark genug, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen?


 Der Umschlag des Buches

Der Umschlag wurde im Stil der früheren Elkeles-Bücher gehalten, sodass der Wiedererkennungswert gesteigert wird. Doch der Umschlag des ersten Teils dieser Duologie gefiel mir besser.
Die Schlichtheit lässt den Leser/Betrachter sich auf das sich küssende Pärchen konzentrieren, was ich sehr mag.

Der Schreibstil

Der Schreibstil ist natürlich wieder Elkeles-mäßig: Ihre Sprache ist einfach, peppig, anziehend. 
Sie kann sehr gut von Gefühlen erzählen, bringt die Personen zum Leben, macht aus ihnen Menschen, die fühlen, leiden, glücklich sind.
Ich liebe ihre Art. Es ist nicht aufdringlich, ihre Sprache stammt aus dem Alltag, man fällt in die Geschichte. Ihr Witz macht den Schreibstil sehr außergewöhnlich, so schafft sie es, aus einfachen Sätzen richtige Brüller zu bilden.
Litt der Schreibstil im ersten Teil dieser Duologie ein wenig daran, dass die Personen nicht diesen Biss besaßen, der zu Simone Elkeles gehört, in all ihren Büchern Funken verstreut, kommt er hier wieder zur Geltung, vollkommen, findet zurück. (Siehe auch Charaktere.)

Der Inhalt

Da hier eine andere Situation als in der Fuentes-Trilogie herrscht, tun sich auch neue Möglichkeiten für spannende Komplikationen, Momente auf. So gestaltet sich der Roman abwechslungsreich, vielfältig und interessant. (Was auch ein guter Grund ist, weswegen ich dem Buch eine bessere Note gebe, als ich bei der Lektüre beabsichtigte; Hierzu jetzt mehr:)
Manche Handlungen waren für mich schier unverständlich, manches brachte mich an die Grenzen des Verstehens. Ich konnte weder mitfühlen, noch wirklich begreifen, weswegen die Figuren dies und das taten, damit nicht aufhörten und DEN MUND NICHT AUFBEKAMEN. Dies ist ein harter Kritikpunkt, denn dies ging über das ganze Buch so.
Wie immer bei Elkeles wird eine schwierige Vergangenheit eingebaut, besteht das Leben der Protagonisten nicht aus Bequemlichkeit, noch aus Perfektion. Diese kritischen Momente, in denen die Protagonisten kämpfen müssen, kämpfen, bis ihre Grenzen überschritten sind, sind immer interessant gestaltet, sind immer zum Nachdenken anregend. 
Simone Elkeles erschafft eine ungeahnte Tiefe in dieser Geschichte. Ich behaupte sogar, ein wenig mehr als in der Fuentes-Trilogie, bei der Elkeles nicht gerade zimperlich war.
Andererseits konnte mich Maggies und Calebs Liebesgeschichte nicht besonders packen. Störte mich die Unverständlichkeit all dieser Beweggründe zu sehr, fehlte mir das Bauchkribbeln.

Charaktere

Die Personen haben sich seit dem ersten Bande sehr weiterentwickelt - ziemlich unglaubwürdig, meiner Meinung nach. Ich hatte das Gefühl, Elkeles könne einfach nicht ohne den Biss, das Feuer, das zwischen den Protagonisten loht, leben, sie müsse unbedingt wieder diesen Pepp, der ihre Bücher markiert, einbringen. (Der Pepp hatte mir im 1. Teil ziemlich gefehlt, jedoch hätte es auch nicht zur Handlung gepasst.) Die Hautpersonen entwickeln sich drastisch weiter. Acht Monate sind seit Calebs Aufbruch aus Paradise vergangen, sodass eine beträchtliche Zeitspanne dazwischen liegt. Dass Maggie stärker geworden ist, verstehe ich. Wurde es doch schon im 1. Teil am Ende angedeutet.  Ihre Verwandlung kann meine Nachvollziehbarkeit gewinnen. Doch Caleb: Einerseits lebte er bei Gangmitgliedern, besaß daher eine neue Rohheit, aber bitte: Warum ist er so hart, plötzlich, so gemein? Charakterzüge aus 'Leaving Paradise' zeigt er noch, jedoch weniger. Einerseits gefiel mir diese Veränderungen, andererseits waren sie bis zu einem gewissen Punkt 'leicht' unglaubwürdig.

Nebencharaktere werden wie immer mit einer Tiefe, einer eigenen Geschichte ausgestattet, sind ebenfalls sympathisch oder eben nicht.

Und das muss ich einfach hier sagen, aber Maggies Mutter war so nervig!

Das Ende

Das Ende ist ein Happy End (Elkeles-typisch), aber ein schönes, kein gewolltes.

Zeile 4-5, Zufallsseite 173

> 'Na schön. Du hast deinen Standpunkt klargemacht. Ich hab's kapiert.' <

Zeile 4-5, Seite 173; Simone Elkeles, 'Back to Paradise'
cbt Verlag

Hier der Link zur Verlagsseite. 

Fazit

Nachdenkliches, Elkeles-typisches Buch, peppig, mit Witz, Charme, aber auch Dramatik. 

4/5 

Titel: Back to Paradise
Autor(in): Simone Elkeles
Verlag: cbt                                            Preis: circa 10Euro

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