Rezension: Der Federmann/Max Bentow

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DER FEDERMANN
BENTOW, Max


Buchzusammenfassung

Nils Trojan muss eine grausame Entdeckung machen, als er an einen Tatort eintrifft: Der Frau wurden all Haare abgeschnitten, der Bauch zerfetzt. Und darin liegt ein toter, federloser Vogel.
Nicht viel später ereignet sich ein neuer Mord desselben Musters. Und nur die Tochter einer dieser Toten kennt das Gesicht des Mörders, doch das Mädchen verschwindet und die Lage spitzt sich zu...


Der Umschlag des Buches

Obwohl der Umschlag schlicht ist, zieht er doch seinen Blick auf sich, spricht auch über das Buch (Vogel + Titel 'Der Federmann'), passt demnach gut.

Der Schreibstil

Der Schreibstil ist sehr einfangend, sehr spannend. So entlässt er einen nicht aus den Klauen, unterhält er ungemein, wenn er auch ziemlich nervend ist. Hierbei möchte ich jetzt keine Zitate verwenden, aber euch durch eigene erfundene Sätze zeigen, was ich ungefähr meine.

Beispiel:

Der alte Mann las das Buch mit monotoner Stimme vor.
Er blätterte die Seiten um.
Und sah Martin grinsend an.
Martin musste seine Ungeduld verstecken.


Einerseits verführt diese Art des Schreibens zur Unterhaltung, zur Spannung. Doch wenn man dies auf jeder Seite vorfindet, ellenlang, am Stück, dann kommt das alles nicht mehr so flüssig herüber.
Jetzt könnte man dies so auffassen, als hätte ich eine schlechte Meinung von dem Schreibstil, doch ich muss sagen, alles in allem, (von dieser kleinen Nervigkeit abgesehen) ist er sehr unterhaltend, abwechslungsreich. 

Der Inhalt

Es werden typische Thrillerelemente verwendet, man fiebert, leidet auch mit. Aufgeregt erwartet man die nächsten Seiten, hofft auf ein gutes Ende.
Obwohl mich irgendwann die Beschreibungen der Tatorte kalt ließen, weil nichts Neues auftaucht, der Autor sich wiederholt, konnte ich ekelerregende Momente doch finden. Hierbei muss ich sagen, werden diese nicht durch schaurige Beschreibungen eines zerfetzten Leibes hervorgerufen, sondern einfach durch den Umstand, das Menschen zu bestimmten, widerwärtigen Gefühlen möglich sind (Pädophilie, um nur ein Beispiel zu geben).
Es kommt sicherlich nichts Neues in der Handlung vor. Meiner Meinung nach ist die Idee an sich ganz interessant, aber nicht umwerfend. Ich sage es einmal so: Nett.
Jedoch gibt es am Ende eine Szene, die ich ziemlich genial fand, besser gesagt, ein Einfall des Mörders. Da konnte ich nur sagen, dass es widerlich ist, andererseits aber war ich über die Vorstellungskraft der Menschen sehr amüsiert und fasziniert. 
Dass sich jedoch diese Mordfälle ein wenig mit Trojans Privatleben vermischen (hierauf werde ich nicht weiter eingehen, sonst könnte ich spoilern), empfand ich ebenfalls als ein negativer Punkt. So etwas finde ich persönlich nicht ansprechend noch unterhaltsamer (was ja das Ziel des Autors ist). Ich meine: Im echten Leben ist das ja auch nicht so. Realistisch bleiben, bitte!
Die Szenen jagen sich ausnahmslos, Langeweile kommt keine auf.

Die Charaktere

Mit Trojan identifiziert man sich nicht unbedingt, sondern folgt ihm eigentlich recht distanziert, wobei man ihn als sympathisch empfindet, jedoch keine Verbindung eingeht. Man beobachtet seine Suche aus der Ferne, ist gleichzeitig aber sein Kamerad. Auffällig ist er nicht, sein persönliches Schicksal interessierte mich ziemlich wenig, wobei ich ihm jedoch während des ganzen Romans loyal zur Seite stand.

Es wird oft zwischen der Sicht verschiedener Personen gewechselt, sodass man sich einmal in dessen Haut oder in jener befindet. Großartige Bindungen werden keine aufgebaut. Die 'Nebendarsteller' sind facettenreich gestaltet, sodass man nicht immer nur einer Art Person begegnet. 

Der abstoßendste Abschnitt

'Dann war er bei der Unterwäsche.
Preisgünstig wäre eine Slippackung, fünf Stück, verschiedene Muster, doch dann ertappte er sich dabei, wie er eine Kombination aus Top und Höschen betrachtete. 
Ein Mädchenkörper, dachte er, noch unberührt.'

Zeile 9-13, Seite 156;
'Der Federmann', Max Bentow
Page&Turner Verlag

Hier der Link zur Verlagsseite.                                                     

Das Ende

Der Thriller endet entspannend, entspannend, weil in der letzten Hälfte sich die Geschehnisse jagen, man mitfiebert, unter stromschlagender Anspannung steht und nun entlassen ist. Es ist ein gutes, zufriedenstellendes Ende.

Fazit

Ein sehr unterhaltender Thriller, bei dem gespannte Erwartung den Lesefluss anreizen, der jedoch leider ein wenig vom Schreibstil gehemmt wird.

4/5

Titel: 'Der Federmann'
Autor(in): Bentow, Max  
Verlag: Page&Turner                                          Preis: (Paperback) circa 15Euro 

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