Rezension: Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle/Jana Oliver

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Rezension:
DIE DÄMONENFÄNGERIN - ALLER ANFANG IST HÖLLE
OLIVER, Jana

Achtung: Diese Rezension wird nicht mit der gewohnten Seriösität geschrieben, sondern mit einem 'Hauch' jugendlicher Art.  

 Buchzusammenfassung

Riley, deren Vater ein Dämonenfänger ist, möchte ebenfalls diesen Beruf ausüben. Sie lernt viel von ihm, und als er stirbt, zerbricht ihre Welt. Verlor sie doch vor Jahren bereits ihre Mutter. Nun ist nur Beck für sie da, der bei Rileys Vater in die Lehre gegangen ist und den sie nicht ausstehen kann, der ihr, trotz ihrer Abneigung gegenüber ihm, hilft.
Riley muss die Leiche ihres Vaters beschützen, campiert deswegen auf dem Friedhof, wo er begraben liegt, damit ihn die Schuldeneintreiber nicht bekommen. 

Währenddessen braut sich um sie herum ein Netz aus Bosheit, arbeiten die Dämonen zusammen. Riley findet sich in einem Kampf zwischen Hölle und Himmel wieder...


Der Umschlag des Buches

Ziemlich einfach, aber durch das Weiß hervorstechend. Nichts Besonderes (abgesehen von der Glaskugel, deren Sinn im Buch erklärt wird, in Rileys Hand) ist zu sehen. Bloß der blaue Schriftzug und das Rot des Untertitels werden zu einem Farbhighlight.
Der Titel passt, wie auch das Cover.

Der Schreibstil

Der Schreibstil war sehr jugendlich und - das muss ich jetzt einfach loswerden - ein Einfluss P.C. Casts ist aufspürbar (dies kommt daher, dass P.C. Cast, eine Freundin Olivers, und ihre Tochter der Autorin Ratschläge zur jugendlichen Sprache gegeben haben; nachzulesen bei der Danksagung). Einerseits ist dies nicht verkehrt, doch andererseits bin ich von P.C. Cast's Romanen nicht sehr angetan (besonders wegen des jugendlichen Schreibstils), sodass dies ein wenig negativ aufgenommen wird. Und wenn sich dann jede Menge Rechtschreibfehler einschleichen, nervt dies schon (hierbei spreche ich von den House of Night-Büchern, aber darüber zu reden, lässt mich abschweifen).
So, der Schreibstil ist sehr jugendlich, orientiert sich eben durch den Einfluss P.C. und Kristin Cast's ein wenig nach dem ihren, dennoch behält Jana Olivers ihren eigenen, unterhaltsamen und Bilder erzeugenden Ton.

Der Inhalt

Obwohl ich seit längerer Zeit nicht mehr ein Buch in der Hand hielt, welches in der dritten Person geschrieben ist, fiel mir der Einstieg absolut nicht schwer, rutschte ich ohne Schwierigkeiten, ohne viel Federlesens in das Abenteuer, fand mich sofort zurecht. (Dass sich viele darüber beschweren, nicht in das Buch eintauchen zu können, weil es in der dritten Person geschrieben ist, findet weder meinen Zuspruch, noch mein Verständnis.) Daher gab es für mich keine Probleme. 

Aber, jetzt muss ich ein wenig Dampf ablassen, nerven Hauptprotagonisten, die ja ach so schön, ach so toll, ach so störrisch sind, die von ziemlich vielen Verehren angehimmelt werden. OKAY, der Roman ist fantasievoll, doch lasst doch ein wenig Realität sein! Jedes einzige Buch besitzt eine schöne Heldin, der all die Jungs zu Füßen liegen. Aber wieso dann nicht in Wirklichkeit? Lasst das doch, Autoren, es ist unglaublich unrealistisch! Wenn es so viele wunderschöne Protagonisten in der Wirklichkeit gäbe, sähen wir doch keine unansehnlichen oder durchschnittlichen Gesichter mehr! Eine Flut solcher Bücher überschwemmt uns heutzutage, dass es mir kalt den Rücken hinunterläuft. ACHTUNG, Oberflächlichkeit lässt grüßen. Und genau deswegen sympathisiere ich mit den meisten Protagonisten nicht: Weil sie sich ähneln, weil sie alle ach so wunderbar gut aussehen, weil sie alle so widerspenstig und stur sind, dass es, wie kann es anders sein, die männlichen Personen bezaubern. Mein Gott, wacht doch auf, wacht auf! 
Entschuldigt, hier lasse ich ein wenig viel Frust aus, aber ehrlich: Dies ist absolut übertrieben, dies ist absolut unrealistisch, absolut OBERFLÄCHLICH. Warum muss alles verherrlicht werden??
Gut, genug ausgetobt. 

Die Geschichte an sich beinhaltet gute Ideen, die interessant umgesetzt wurden. Und, Achtung, wieder ein kleiner Tobsuchtsanfall mit 'leichtem' Sarkasmus: NATÜRLICH muss die Protagonistin wieder etwas Besonderes sein, deren Namen jedem bekannt ist. Natürlich fühlt sich der Leser auch gar nicht 'heruntergmacht', um einen jugendlichen Ausdruck zu benutzen. Natürlich wird da sein Selbstbewusstsein nicht zunichte gemacht. Bitte. Hört einfach auf damit. Schreibt doch einfach einmal einen Fantasyroman, in dem der/die Protagonist/in nicht auffällt. Dies ist möglich, ABSOLUT möglich. (Ja, harte Kritik, aber irgendwann wird es mir bei dem ganzen Auflauf an Superfähigkeiten, Besonderheiten zu viel). So fühle ich mich richtig niedergemacht. Ich bin ja bloß normal, bin ja stinklangweilig, weil ich ein normales Leben führe, langweilig, langweilig. Merken die Autoren nicht, dass sie Grenzen überschreiten, nach der Perfektion greifen, uns damit weismachen, dass wir nichts sind, bloß weil wir keine magischen Kräfte etc. besitzen? Merken sie denn nicht, dass, in ihren Beschreibungen dieser Besonderheiten, sie gleichzeitig nur das Höchste wollen, immer weiter hinauf, hinauf?
Jetzt werde ich ungerecht, aber bitte, bei all dieser Unüberlegtheit stellen sich mir die Haare auf, schwören diese Verherrlichungen meinen ganzen Zorn herauf. Muss es denn immer das gleiche Schema sein? Seid doch ein wenig originell. Bitte.

Spannung ist unentwegt anwesend, und besonders am Ende kommt ein wahrer Showdown, der mich daran hinderte, das Buch aus der Hand zu legen. So stößt der Leser mit Riley auf eine Intrige, auf ein Rätsel, das es zu lösen gilt, welches die Spannung noch einmal hebt.
Leider muss ich auch gestehen, dass ich manche Szenen als erzwungen empfunden habe. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sich während des Schreibens nicht unbedingt in die Geschichte hineinversetzen konnte, sondern verzweifelt nach Worten gerungen hätte.

Aber es gibt auch witzige Stellen, bei denen ich lächeln musste, sowie wenige romantische.

Die Charaktere

Riley war mir unsympathisch, besonders, da sie alles tut, um Beck zu ärgern, um ihm zu zeigen, wie wenig sie ihn mag, obwohl dieser sich wirklich Mühe gibt, dieser keine Schuld trägt. Durch ihre Handlungen ist Riley ziemlich kindisch. *Winziger, winziger Spoiler* Und leider, leider, hat sie auch allen Rest von meiner Gutmütigkeit, ihr doch für diese kindischen Handlungen zu vergeben, verloren, als sie mit einem attraktiven (Wie kann's anders sein?) Mann (so halb) flirtet, während sie bereits mit jemand anderem zusammen ist. *Spoiler Ende*
Beck gefiel mir sehr gut. Er besitzt seinen eigenen Sprechstil, vereint gute, aber auch negative Seiten. 
Von den anderen Charakteren waren mir die einen sympathisch, die anderen stießen mich jedoch ab, was natürlich ist. Außerdem besitzt jeder 'Rollenspieler' ein Merkmal, womit man ihn genau erkennt, was den Roman amüsant werden lässt.

Rileys kindischster Satz

'Fünfhundert weitere Gründe, warum du glauben wirst, ich würde dir gehören.'

Zeile 13-14, Seite 297;
'Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle', Jana Oliver
FJB Verlag

Hier der Link zur Verlaggseite.                                                              

Das Ende

Das Ende, ja, hmm, ist ein wenig vorhersehbar, und Riley stellt sich wieder etwas an. Jedoch endet das Buch (einigermaßen) glücklich, ist kein Cliffhanger.

Fazit

Ich bin auf die weiteren Bücher der Reihe gespannt, doch erhoffe mir nicht sehr viel von einer Veränderung Rileys Charakters. Im Nachhinein, während des Schreibens dieser Rezension, empfinde ich sie sogar als noch unausstehlicher als ich es beim Lesen tat.
Jedoch bekommt der Fantasyroman ein wenig die Kurve durch eigene, originelle Ideen und die Spannung, die dieser verspricht.

3/5

Titel: 'Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle'
Autor(in): Oliver, Jana
Verlag: FJB                                                           Preis: (Hardcover) circa 17Euro

Kommentare :

  1. Muss dir leider wiedersprechen...hast du schon mal darüber nachgedacht, das wenn die Charaktere nicht schön und nicht begehrenswert sind, es viele Leute gibt, die diese Person nicht mehr so toll finden? Du und ich vlt. nicht, aber es gibt (leider) genug Leute. Oft, ist es für den Autor auch einfacher eine Begründung zu haben, das dieser superausssehende Typ ausgerechnet auf den und den steht (oder die und die). Auch, musst du bedenken, das Autoren nicht ausschließlich für dich usw. schreiben sondern auch für sich selbst und ihre Vorstellung, oder ihr Traum, soll so sein.

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    1. Da hast du sicherlich Recht, doch ich denke, dass selbst in der als bloße Trivialliteratur verschriene Gattung Fantasy wenigstens ein wenig 'Weisheit' und 'Verstand' gesteckt werden soll (wie es z.B. bei den 'Herr der Ringe'-Büchern und Filmen der Fall ist).

      Ja, es stimmt, dass viele Menschen diese Oberflächlichkeit schätzen. Und gerade DESWEGEN werde ich dagegen aktiv, wie ich es bei dieser Rezension getan habe. Denn wie soll die Welt sich ändern, wenn man so etwas einfach akzeptiert, nicht mal sagt, dass dies völliger Humbug, die völlige Verschönerungen der Dinge ist?

      Dass es für den Autoren einfacher ist, bestreite ich nicht, doch ist (meiner Meinung nach) das wahre Talent zu schreiben, darin vergraben, etwas EIGENES zu schaffen, nicht den anderen zu folgen.

      Bei dem letzten Punkt gebe ich dir jedoch Recht... ;) Wenn Autoren jedoch, wie du angedeutet hast und was ich sehr wohl weiß, für sich, ihre Ideen, ihre Träume niederschreiben, verkünden sie andererseits auch damit, dass sie oberflächlich denken. Durch die Wünsche, die Träume. Darauf möchte ich dann hinweisen.
      Und diese Rezension war ein kleiner Tobsuchtsanfall, da ich bereits mehrere Bücher hintereinander derselben Art gelesen hatte, also entschuldige den etwas rüden Umgang... :D )Ich hoffe, du nimmst ebenso all die großgeschriebenen Wörter nicht als Angriff auf. Sie bedeuten lediglich eine einfache Betonung.

      Viele Grüße,

      Pie Rath.

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  2. Also ich muss sagen, ich mag Riley ;) Und dass die meisten Protagonisten so besonders sind hat ja seine Gründe. Wozu die Geschichte eines Normalos erzählen? Das erleben wir ja selbst.
    Und was das "Fremdflirten" angeht.. So krass finde ich das jetzt nicht. Man wird ja nicht blind nur weil man vergeben ist ^^
    Bei deinem Anfall gegenüber auch zu perfekten Buch-Mädels stimme ich zwar uneingeschränkt mit ein, aber in meinen Augen fällt Riley nicht in diese Kategorie.

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  3. Hallo... :)

    Ich habe das in diesem Moment einfach nicht vertragen, daher diese ganzen negativen Punkte, die besonders auffallen, wenn man darauf achtet... :D
    In manchen Geschichten ist es sicherlich hilflreich, dass die Portagonistin etwas Besonderes ist, aber aus manch persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ein 'Normalo' sehr viel erleben kann.

    Mit dem Fremdgehen, ja, ich denke, dass muss jeder selbst entscheiden. Moralisch ist es für mich verwerflich (ich bin eine hoffnungslose Romantikerin), aber für andere ist es sicherlich nicht schlimm.
    Das ist und wird wohl immer eine Frage des eigenen Charakters, der Erziehung, der eigenen Vorstellungen bleiben.

    Liebe Grüße,

    Pie Rath.

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