Rezension: Rette mich(Engel der Nacht)/Becca Fitzpatrick

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Rezension:  (enthält Spoiler über die zwei ersten Bände)
RETTE MICH (ENGEL DER NACHT) Band 3
FITZPATRICK, Becca

 Buchzusammenfassung:

Fünf Monate sind vergangen, und Nora wacht auf einem Friedhof auf: Ohne Erinnerung an die letzten Monate, ohne Erinnerung an Patch, ohne Erinnerung an die Engel, an die Nephilim. Alles ist ausgelöscht.
Nach und nach versucht Nora all die Puzzlestücke zusammenzufügen, versucht sie, ihren Alltag wieder zu beherrschen, ihm Herr zu werden, ihr Gedächtnis aufzufüllen.
Ihre Mutter und Vee scheinen Dinge vor ihr zu verbergen und dann spitzt sich die Lage zu, als ihre Mutter mit Hank Millar anbändelt. Und ihr Innerstes warnt Nora, ein unbestimmtes Gefühl liegt in der Luft, sie misstraut ihm, doch will er nur Gutes für Nora, scheint es. Dann taucht ein rätselhafter, gutaussehender, junger Mann auf, Jev, und Nora fühlt sich ihm sehr verbunden. Ein Gefühl des Kennens erfüllt sie, Zuneigung. Wer ist er?


Der Umschlag des Buches

Er ist im Stil des ersten Bandes (Engel der Nacht) gehalten, traf somit sofort meinen Geschmack, besonders, da ich in das Cover des ersten Teils verliebt bin.
Was mir auch aufgefallen ist: Der Umschlag des ersten Romans zeigt noch einen männlichen Engel, der zweite ist mit Nora geschmückt, und, siehe da, der dritte, eine Steigerung, besitzt beide als Paar. Was wird wohl das nächste Cover?

Den Titel finde ich nicht absolut passend, da unsere Nora, trotz allem, nicht sehr wehrlos bleibt und sich selbst zu verteidigen weiß.

Der Schreibstil

Fitzpatricks Schreibstil ist, wie in den vorigen Bänden, genau so mitreißend, genau so abwechslungsreich, genau so gefühlvoll. Durch ihre erhabeneren Ausdrücke verliert sich die Durchschnittlichkeit, besitzt dieser Schreibstil seine eigene Art, fällt dennoch nicht aus der Reihe, ist unglaublich bildlich, unglaublich einladend. Obwohl er jugendlich gehalten ist, ist er doch nicht nur mit Kraftausdrücken durchsetzt.

Der Inhalt

Ich hatte sehr viele Probleme, mir Patch als Jev vorzustellen. Das liegt daran, dass mit jedem Namen sich für mich das Gesicht ändert, das Gesicht sich an den Namen anpasst, sich danach formt. Daher konnte ich mir Patch nicht in Jevs Körper vorstellen, dies verhinderte somit auch das Bauchkribbeln, die Aufgeregtheit, das Gefühl der Zuneigung, das ich für Patch empfinde. Sobald jedoch Jev wieder zu Patch wurde, verschwand das Fremde an Jev, wurde Jev zu Patch, zu Patch (wie sehr ich diesen Namen liebe!), zerfloss dessen Körper, wurde wieder eins, zum Bekannten, zum Geliebten. All das Unnahbare an Jev löste sich in Luft auf, war ich nicht länger in einer, für mich, seelenlosen Geschichte gefangen, sondern fand zurück, in alte Zeiten zurück, mit Patch und Nora.

Viele Rezensenten beschweren sich, durch Noras Gedächtnisverlust und durch ihre Versuche, wieder alle fehlenden Puzzlestücke zusammenzusetzen, sei die Handlung schleppend, ereignislos und einschläfernd. Dies konnte ich persönlich nicht nachvollziehen, was vor allem daran liegt, dass ich den zweiten Teil vor einigen Monaten gelesen habe und somit in meiner Erinnerung nicht mehr alles frisch war. Dies Wiederfinden an Informationen ist demnach sehr hilfreich gewesen.

Die Handlung ist nicht schleppend, Spannung ist vorhanden, treibt das Geschehen voran. Und zum Ende hin fängt sich jedwedige Langweile, die sich vielleicht angeschlichen haben könnte, wird durch einen Showdown ersetzt, der Spannung und Spannung lauthals verspricht.

Was man auch schon in den vorigen Bänden bemerkt haben könnte: Die Autorin lässt einen Faden offen liegen, verfolgt ihn nicht weiter. Genau das geschieht hier wieder (ich denke, ich habe ein Mal gezählt). Doch ist dies nicht all zu schlimm, nicht all zu gravierend. Ist dieser winzige Fehler wirklich winzig.

Die Charaktere

Nora ist, durch diesen Gedächtnisverlust, verletzlicher geworden, hilflos. Doch trotz dieser Schwächen kämpft sie weiter, wird dadurch auch auf eine andere Art stärker. So widersetzt sie sich Hank, folgt ihrem instinktiven Misstrauen. Genau wie in den vorigen Teilen ist sie immer noch bissig (hierbei muss ich leider anmerken, dass der Biss ein wenig abgenommen hat. So spritzen die Dialoge mit Marcie nicht mehr in dem Maße, wie sie es in den ersten Romanen taten).

Was mich ein wenig verwirrt hat, ist die Feindschaft zwischen Marcie und Nora, auf der kaum mehr bestanden wird. Es wird noch gesagt, dass beide sich hassen, doch fühlt der Leser diesen Hass nicht mehr, diese Spannung zwischen den beiden, verlieren die Diskussionen ihren Pepp.

Obwohl Hank hier einen großen Raum einnimmt, konnte ich ihm nicht sehr nahekommen, blieb er für mich sehr unnahbar, sehr distanziert. Ebenfalls konnte ich ihm seine Bösartigkeit zu großen Teilen gar nicht abnehmen, da es mir zu aufgesetzt schien, zu normal.

Und, wie in den Vorgängern, fand ich die Mutter nervend und, um ehrlich zu bleiben, auch ziemlich dumm! Eine absolut unsympathische Person, dass es mich schüttelt.

Patch hat ebenso an Glanz verloren: So ist er nicht länger der geheimnisvolle (in 'Engel der Nacht' wird es nicht lächerlich aufgezeigt, sondern dieses Rätselhafte empfindet der Leser ebenso), der dunkle, junge Mann, der sich in Nora verliebte. Hier scheint er auch ein wenig platt geraten.

Eine romantische Szene:

> '(...)Ich sehe schwarze Blitze - die Farbe deiner Augen, deiner Haare. Ich spüre deine Berührungen, ich erinnere mich daran, wie du mich gehalten hast...' Ich brach ab, konnte nicht weitersprechen, weil ich das Gefühl hatte zu ersticken. <

Zeile 22-26, Seite 64;
Rette mich (Engel der Nacht), Becca Fitzpatrick
Page&turner

Hier der Link zur Verlagsseite.

Das Ende

...schließt diesen Roman ab, ohne zu viel oder zu wenig zu sein, lässt einen Anfang für den Folgeband.

Nora macht eine Dummheit, die sich nicht verhindern lässt, zum Ende hin wird sie noch störrischer und leidenschaftlicher, was den sich immer fortentwickelnden Charakter noch ein wenig würzt.

Fazit

Ich habe mich lange auf diesen Teil gefreut, wurde ein wenig enttäuscht, was aber vor allem an Jev und Patch lag (siehe Inhalt). Der Schreibstil hat sich nicht verändert, ist immer noch so schön, wie er es zuvor war. Die Handlung entlockt dem Leser kein Wow, ist doch spannend und unterhaltsam.  

Alles in allem reichte es jedoch nur für

3,5/5 Punkte, da ich Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte einzutauchen, und da die Handlung recht verwirrend ist. Der Band besitzt viele Verschiedenheiten gegenüber den zwei vorigen, ist weniger mitreißend.
(nach Gefühl vergebene Punktzahl)

Titel: Rette mich (Engel der Nacht)  
Autor(in): Fitzpatrick, Becca
Verlag: Page&turner                                                 Preis: circa 17Euro

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