Rezension: Jane Eyre/Charlotte Bronte

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JANE EYRE
BRONTE, Charlotte Ich entschuldige mich für die fehlenden Umlaute auf dem E, doch meine Tastatur ist eine etwas ältere Version.


 Hier der Link zur Buchvorstellung (dtv).  

Buchzusammenfassung  

Jane Eyre ist ein mittelloses Waisenmädchen, welches kaum Glück im Leben genießt, doch als sie als Gouvernante von Mr. Rochester engagiert wird, sich in ihn verliebt, scheint endlich etwas Gutes zu geschehen. Doch sie kommt einer Intrige, die auf Thornfield Hall regiert, auf die Spur. Und so wendet sich doch alles wieder zum Schlimmen.
Doch mit der Zeit deckt sich ein neues Blatt auf, in ihrer Suche nach Selbstfindung, nach Liebe stärkt sie sich, ihre Selbstbewusstheit steigert sich und dann wird ihr der soziale Aufstieg ermöglicht, sie ist nicht länger mittellos und alles kommt zu seinem Glück.



Der Umschlag des Buches

Durch seine Schlichtheit, durch seinen älterlichen Flair versprüht er Charme, lässt durchblicken, dass dies ein Klassiker ist.

Dieses Cover finde ich wunderschön, könnte es minutenlang betrachten.

Der Schreibstil

Der Schreibstil ist im Stile der früheren Sprache gehalten, so gibt es Ausdrucksweisen, die man heute nicht mehr antrifft, so finden sich verlorene Wörter wieder, so bleibt alles in dem Flair der früheren Jahrhunderte. 
Hier muss jeder selbst entscheiden, ob diese Art des Schreibens, Ausdrückens seinen Vorstellungen entspricht.
Ich jedoch finde diese alte, vergangene, frühere, so berauschende Sprache wundervoll...

Hin und wieder begegnet man Sätzen, deren Länge schier und endlos scheint. Bei denjenigen muss der Leser besonders die Augen aufreißen, den Wörtern und dem Faden folgen, um sich nicht in diesem Wolleknäuel der Wörter zu verlieren. Dies macht das Lesen etwas anstrengender, doch auch ansprechender, so ist es ihr Schreibstil, ihre Art, die sie auszeichnet.

Während der Lektüre fiel mir auf, dass die Autorin recht kühl, nein, besser gesagt, distanziert von dieser Liebesgeschichte erzählt, als vermeide sie zu viel Leidenschaft und Romantik, zu viel Aufwallen der Gefühle.
Doch versteckt sich immer wieder Kritik über die damalige (und zuweilen auch über die unsere, da die unsere sich kaum von der anderen unterscheidet) Gesellschaft, über das Kastensystem, der Eitelkeit, der Gier usw. 

Der Inhalt

Jane erlebt viel Gutes, doch ebenso Schlechtes in ihrem Leben. Es ist geprägt von Tod, von Freuden, von einer Liebe, die sie verlässt, von Geborgenheit, einer Familie und Reichtum, doch auch von der Härte des Lebens. Ihre Reise durch ihr einstiges Leben wird mit Kommentaren ihrerseits begleitet, gibt sie den Blick auf ihre 'heutigen' Sichtweisen frei.
Niemals wurde ich der Geschichte überdrüssig, empfand sie als schrecklich langweilig, als ereignislos, obwohl doch so vieles nicht passiert. Unterhaltung wird nur durch die Neugier des Lesers gebildet, nicht durch einzelne Handlungen, die diese erzeugen (von diesen gibt es jedoch auch manche).
Ich begleitete Jane Eyre gerne auf ihrem Weg, den sie ging.

Themen werden ebenso im Roman besprochen, angerührt, die den Leser zum Nachdenken bringen, sodass sicher ist, weswegen dieser Frauenroman (hier spreche ich ein wenig abfällig, denn ist dieser Roman ebenso für Männer geeignet. Trotz der Liebesgeschichte...) zum Klassiker wurde.

Wenn jedoch über Religion gewetteifert wurde, konnte ich meistens schon gar nicht mehr folgen, fand ich nichts an den schwunghaften Reden, da 1. ich nichts von der christlichen Religion verstehe (Nicht-Gläubige, die ich bin), 2. es meistens so hochgestochen wurde, alles übertrieben, dass ich nichts Einleuchtendes daran fand, 3. diese (Streng-)Gläubigen  zu sehr an Gott hingen, was ich nicht verstehe, aber damals (wohl) üblich war. 

Die Charaktere

Jane Eyre war mir sehr sympathisch, da ich alle ihre Entscheidungen (bis auf eine) nachvollziehen konnte. Sie ist eine starke Frau, obwohl sich diese Stärke, diese Selbstbewusstheit von der heutigen unterscheidet. Ich fühlte mit ihr, versetzte mich leicht in ihre Lage. Sie war kein komplizierter Charakter, einer, der sich leicht verstehen lässt und doch mit Tiefe aufwartet.

Jeder Charakter besitzt seine Vorzüge wie seine Fehler, jeder Charakter bringt Abwechslung und Änderungen. So sind die Reichen nicht alle eitel noch gemein, sondern gibt es auch gerechte, hilfbereite. Das wahre Weltbild wurde gezeigt, mit Kritik nicht gespart. 

Das Ende

Das Ende überrascht mit einer Wendung, mit einer kalten Gefühlsregung, die dem Leser den Rücken hinunterjagt, ihn traurig stimmt. Die Geschichte endet schaurig, doch nicht unglücklich, nicht freudlos. So findet jeder der agierenden Personen sein persönliches Glück, findet alles zum Guten. So viel darf ich wohl verraten. 

Fazit+Tipp

Dieser Klassiker gefiel mir sehr gut, trotz mancher verknäulten Sätze, mancher sprachlichen Schwierigkeit oder der Epoche angehörender Politik etc. Durch das Zusammenspiel der Figuren ergibt sich ein  logisches Bild, eine logische Geschichte, die Kritik an manche Dinge bringt, sie hervorhebt.

(Tipp) Und der Anhang ist besonders zu lesen!

Ich vergebe 

4,5/5 Punkte und zähle das Buch zu meinen Lieblingsbüchern. 

Titel: Jane Eyre
Autor(in): Charlotte Bronte
Verlag: dtv                                                   Preis: circa 10Euro                                               

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