Rezension: Sehnsuchtsschimmern/Johanna Samt

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SEHNSUCHTSSCHIMMERN
SAMT, Johanna

 Buchzusammenfassung:

Zur Einleitung benutze ich hier einen Teil des Klappentextes, der Rest wird von mir selbst dazugeschrieben.

'Wenn Schwäne lieben, binden sie sich für ihr ganzes Leben. Das ist Avas Ideal, sie will keine Flirts, keine Affären, sie wartet auf den Richtigen. Den Einen. Die große Liebe. (...)'

Und so trifft sie ihre große Liebe zufällig auf der Schwaneninsel, an der sie ihre Semesterferien mit ihrer Freundin Saskia verbringt. Doch David ist Saskias Bruder und vergeben. Ava versucht, sich seiner Anziehung zu entwinden, versucht ein Flüchten und kommt nicht von ihm los. Und David scheint ebenfalls von Ava angetan, so kann Ava ihn nicht vergessen.

Doch da ist auch Conelly, der amerikanische Student, der ein Auge auf Ava geworfen hat. Geduldig wartet er auf sie, und Avas Welt fällt ganz durcheinander, muss sie eine Entscheidung treffen.

Hier  der Link zur Buchvorstellung des Verlags.


Der Schreibstil:

Der Schreibstil bringt jedwediges Gefühl doppelt hervor, lässt es stärker werden. So ist er abwechslungsreich, besitzt seine eigene Note, ohne in einen schwierigen Wortschatz zu verfallen. Leicht lässt er sich lesen, dieser Schreibstil, der nicht aufdrängt, ruhig bleibt, doch auch Spannung bereithält.
Angenehm zu lesen. Kann er Melancholie verursachen, doch nicht aufgedrängte, sodass der Leser mit leisem Bedauern liest und auf Liebe verzichtet. So schwingt der Schreibstil mal von Fröhlichkeit zu einem Tief, fällt das Lot, bleibt Verwirrung bei all den verschiedenen Gefühlen, die zum Leser durchdringen.
Mir gefällt dieser Schreibstil gut, doch bleibt er mir nicht unbedingt im Sinn, verliert sich wohl, wie ein Duft, irgendwann.

Leider waren, für mich, viel zu viele Ausrufezeichen vorhanden, und meine Abneigung gegen diejenigen konnte glücklicherweise nur ein kleines Verstimmtsein hervorbringen.

Der Inhalt:

Es besteht keine Spannung durch actionreiche Handlungen, sondern wird diese durch all die Gefühle produziert. So las ich weiter und weiter, da mich die Neugier auf das weitere Geschehen beeinflusste. Samt und weich ist die Geschichte, mit einer leidvollen Note, die das Werk durchzieht, aber nicht zu aufdringlich ist. Ich würde es eher als Melancholie bezeichnen. Die ganze Handlung wird also meistens durch den Schreibstil und die Figuren getragen. 

Prickelnde Momente gibt es, die die Handlung vorantreiben, Momente des Zweifelns, der Überlegungen, des Leides, der Zufriedenheit, des Glücks. 
Trotz allen Gefühls bleibt der Roman locker, ist nicht blumig, auch nicht kitschig, aber überwältigend durch die Allgegenwärtigkeit der Wahrheit in den Worten, den Überlegungen der Autorin, die den Kern der Wahrheit sucht. Man wird nicht niedergedrückt, erfährt doch die Traurigkeit eines Mädchens, welches hin- und hergerissen ist. Zwischen der großen Liebe und der Verantwortung eines Fremdgehens.

Dass Ava impulsive, manchmal auch falsche Entscheidungen trifft, verwundert nicht, noch stimmte es mich verärgert. Logisch erschien es mir, wenn ich auch nicht alles gutheißen konnte.

Die Charaktere:

Die einzige Person, die ich als absolut unsympathisch, unangenehm empfand, war Avas Freundin Saskia. Ihr Charakter unterscheidet sich stark dem meinen, konnte ich absolut nichts Positives an ihr entdecken. Wo Tante Katja noch die Kurve bekam, so fand ich Saskia eindeutig nervtötend. Vom Anfang bis zum Schluss.

Tante Katja war mir nicht unsympathisch, doch mit ihrem Kartenlesen sprang sie gewaltig auf meinen Nerven auf und ab. Bin ich kein abfälliger Mensch, selbst ein etwas eigenartiger, doch passte mir ihr ständiges Kartenlesen einfach nicht, interessierte mich die Zukunft Avas durch die Karten recht wenig. Schöner hätte ich das Selbstentdecken gefunden.

Ava dagegen konnte bei mir unglaublich schnell punkten. Vereint sie schlechte Eigenschaften, doch auch gute, ist nicht der 0-8-15-Typ, der im Moment beinahe nur in Romanen auftaucht. Das ließ sie schnell in meinem Ansehen steigen.

Conelly jedoch begeisterte mich von Anfang an, blieb mein Liebling. Einfach durch seine Geduld, sein Verständnis, sein Warten und Vergeben. Und er tat mir unglaublich leid (hieraus würde ich spoilern, erzählte ich mehr, so lasse ich es).

David dagegen ist nett, doch mehr auch nicht. Er kam mir auch recht oberflächlich vor, richtig tief wurde nicht in seine Seele getaucht (wie es bei anderen Charakteren der Fall war). Obwohl er seine Freundin betrügt, so viel darf wohl angemerkt werden, macht ihn das nicht unsympathisch, fiebert man dem eigentlich mehr, durch Ava, entgegen. Doch Zweifel und Bereuen schleichen im Hintergrund herum, fragt man sich, ob es nicht falsch ist, von beiden, ob ein Verhindern des Kommenden nicht möglich ist.

Das Ende:

Für Ava scheint sich alles zum Guten zu wenden, doch ich blieb mit meiner Entscheidung, wem ich mein Herz geschenkt hätte, alleine.

Bis zum Ende des Romanes fiebert der Leser mit, fragt sich, welche Wahl Ava treffen wird.

Einerseits besteht der Roman aus einem Happy End, doch von welcher Seite man dieses Ende betrachtet, so ändert sich auch die Sichtweise. Für die einen ist es gut, für die anderen kehrt es sich in das Schlechte. (Wie es auch im Leben der Fall ist).

Der unheilvolle Satz:

> 'Es war so schön mit dir!' <

Zeile 10, Seite 121;
Sehnsuchtsschimmern, Johanna Samt;
Thienemann Verlag

Hier  der Link zur Verlagsseite. 

Fazit:

Ein schönes Buch, welches ein schwieriges Thema anspricht, dieses jedoch nur streift, dabei viel Gefühl verströmt, von Unvermeidlichem spricht.
Mir gefiel es, da auch die Personen mir zusagten, sowie der Schreibstil.

4/5

Titel: Sehnsuchtsschimmern
Autor(in): Samt, Johanna
Verlag: Thienemann                                            Preis: circa 10Euro

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