Rezension: Unheilvolle Minuten/Robert Cormier

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UNHEILVOLLE MINUTEN
CORMIER, Robert

  Hier geht es zur Buchvorstellung des Verlages.

Buchzusammenfassung:

Eines Nachts begeht Karen den Fehler nach Hause zu kommen, wo eine böse Überraschung auf sie lauert: Jugendliche verwüsten ihr Haus, gleich darauf wird sie gepackt, misshandelt, die Kellertreppe hinuntergestoßen.

Die Familie hat mit den Folgen, den zahlreichen Wunden zu kämpfen, denn Karen erwacht nicht mehr aus dem Koma und alle glücklichen Erinnerungen hinterlassen tiefe Löcher in den verlorenen Herzen.

Jana verliert alles, ihre Sicherheit, ihre Freundinnen, ihre Zuversicht, doch dann trifft sie auf Buddy, in den sie sich verliebt, doch, nicht ahnend, dass er einer der Täter war, glaubt sie ihm seine Lügen.

(Der 'Rächer' hat zugesehen, als Janes Haus verwüstet wurde, zerstört, und möchte nun Jane, diese von ihm geliebte, rächen...)


Der Umschlag des Buches + Klappentext + Titel:

Nicht auffällig, lässt aber Spannung erwarten, scheint zu einem Thriller zu gehören.

 Der Klappentext greift mal wieder ins Falsche, oder, besser gesagt, erzählt Halbwahrheiten. Lasst euch nicht vom Carlsen-Klappentext irreführen.

Und den Titel finde ich absolut passend, wahrheitsverströmend. Er fasst das ganze Buch zusammen, ohne fehl am Platze zu wirken, sondern einfach nur richtig.


Der Schreibstil:

Der Schreibstil ist unglaublich packend, spannend, reißt den Leser mit, kann gleichzeitig alle Gefühle greif- und nachvollziehbar machen, dass der Leser nicht an Echtheit zweifelt. So ist alles wahrscheinlich, was er beschreibt, die Hoffnungslosigkeit, die Verzweiflung, die Traurigkeit und Melancholie.
Besteht der Roman doch nicht nur aus Schwärze, Bedrücktheit, sondern entsendet ab einem bestimmten Punkt auch ein Glücksgefühl, Fröhlichkeit.

Der Inhalt:

Es ist ein sehr tiefgründiger Roman, der die Frage von Opfer und Täter aufwirft, der nach Antworten sucht, der von verschiedenen Themen spricht, sie alle beleuchtet und in sie dringt, ohne dass Langeweile aufkommt. Spannung ist beinahe immer vorhanden, Langeweile herrscht nicht.

Der Autor durchleuchtet seine Figuren, haucht jeder andere Charakterzüge ein, füllt sie mit Menschlichkeit. So werden verschiedene Blickwinkel benutzt, geben andere Sichtweisen frei. Das trägt natürlich auch zur Spannung bei.

Die durchgenommenen Themen sind alles andere als leicht zu verdauen, so musste ich manches Mal schlucken, denn angesichts all dieses Leids, dieser Ungerechtigkeiten findet sich der Leser in der heutigen Welt vor: Es gibt Reiche, die nichts befürchten, diejenigen, die in Alkoholsucht verfallen, diejenigen, die Vertrauen verloren und sich neu verlieben, die, die ein Licht sehen. Zu kauen hat man an dem Buch, doch verströmt es ebenfalls Thrillerelemente, die aus dem Roman etwas Unterhaltsames machen, ohne dass dieser seine Wirkung verliert, seine Ermahnungen, nachzudenken.

Es steckt keine Moral hinter alldem, nur der Hinweis, dass nicht alles nur Schwarz und Weiß scheint, es nämlich auch Farben gibt.


Die Charaktere:

Die Psyche der Charaktere ist voller Andersartigkeit, so trifft man nicht auschließlich auf den gleichen Charaktertyp, sondern taucht in verschiedene ein, findet sich zurecht, hinterfragt Gut und Böse.
Tiefgründig werden die Personen gezeichnet, nach und nach werden Charakterzüge aufgezeigt, vorgeführt, bringen dem Leser nahe, dass es auch das Grau gibt.

Da es mehrere Personen gibt, in deren Lage der Leser versetzt wird, ist der Versuch einer Psychoanalyse unkompliziert, macht aus der Geschichte etwas Interessantes, Tiefgreifendes.

Man kann sich gut in die Protagonisten hineinversetzen, befindet sich mit ihnen in schlechte, wie unangenehme Situationen, schämt sich fremd, spürt Neid, Hass, Trauer, doch auch Glück, Freude, Herzlichkeit. Und Mitgefühl für diejenigen, denen Schlimmes passiert ist.


Das Ende:

Das Ende birgt keine Überraschungen, sondern Erwartetes.
Doch dass alles so brutal endet, ließ mich atemlos und unglaublich traurig zurück. Denn verdient jeder Mensch eine zweite Chance und sollte der Traurige getröstet werden.

Fazit:

Ein tiefgründiger Roman mit interessanten, zum Analysieren geeigneten Personen.
Der Roman zeigt auf Ungerechtes, klagt es an, ermahnt den Leser nicht, doch sagt ihm, dass selbst der Mensch, der etwas Schlechtes tut, auch manchmal etwas versteckt, Aufmunterung braucht, Zuneigung.

5/5
(nach Gefühl vergebene Punkte)

Titel: Unheilvolle Minuten
Autor(in): Robert Cormier
Verlag: Carlsen                                             Preis: (Taschenbuch) circa 8Euro 

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