Rezension: Unsterblich wie die Nacht/Mina Hepsen

Reaktionen:  
Rezension:
UNSTERBLICH WIE DIE NACHT
HEPSEN, Mina

Buchzusammenfassung:

 Angelica liebt ihre Bücher, die nächtlichen Ausritte, doch all dies gehört vergangenen Zeiten an, denn nun trifft sie, in London, Alexander, der sie fasziniert und der ihr hilft, die Gedanken anderer abzuwehren. Er besitzt, genau wie sie, das Verstehen und Aufschnappen von Gedanken.

 In London währenddessen werden Frauen ermordet, blutleer ausgesaugt. Alexander versucht alles, um den Mörder zu fassen, einen Krieg zwischen Vampiren und Menschen zu verhindern.

 Und dann gibt es eine uralte Prophezeiung, die besagt, dass die Auserwählten die Vampire ins Licht bringen werden.
Ist Angelica eine Auserwählte?


Der Umschlag des Buches und der Klappentext:

 Wenn man Angelicas Abenteuer liest, so befindet man sich im 19. Jahrhundert und nicht, wie durch den Umschlag angedeutet, im heutigen Zeitalter.
Ich fühle mich ein wenig betrogen, denn scheint mir, dies alles sei nur Marketing. Heutige Zeit= mehr Leser, scheint/scheinen sich wohl der/die Designer gedacht zu haben.

 Ich finde es weder anziehend, noch hübsch, gar schön! Dafür sieht es allzu lieblos gestaltet aus.

 Zum Klappentext: Fürchterlich verdreht, wieder mal. So werden Dinge beschrieben, die sich gar nicht so zutragen... 

Und wer gerne das Cover zum Buch sehen möchte, findet hier den Link zur Buchvorstellung des Verlags.

Der Inhalt:

 An sich war die Geschichte spannend, unterhaltsam, doch gibt es hier wieder einige Kritikpunkte, die ich nun auflisten werde, um einen kurzen Überblick zu schaffen:
- Gefühllos
- Vorhersehbar
- Ideenlos
- Neue Ideen?
- 'Formell'

 Es schien alles perfekt zu laufen, bis das Buch dann auf die schiefe Bahn geriet, einerseits durch die Protagonistin, andererseits durch die obengenannten Kritikpunkte.

 All  Gefühl, das im Buch beschrieben wird, wird kaum wahrgenommen, vom Leser widergespiegelt, sondern Gefühlskälte bleibt im Leser zurück, spürt er weder Wut, noch Trauer, noch Besorgnis, noch Angst. Alles in allem bleibt man der Geschichte fern.
Zu Anfang spürte ich noch etwas, doch dann war alles plötzlich weg. Für nichts war ich zu begeistern, vermochte sich kein Gefühl zu regen, bloß Ärger (dazu bei Charaktere mehr). 


 Die Vorhersehbarkeit des Romanes ist seit Anfang des Buches vorhanden, so kommen viele Dinge ans Licht, die der Leser bereits weiß, erst am Ende und werden dadurch zu einer Nebensächlichkeit, dass der Fantasyroman seine Überraschungen verliert, nichts Neues bringt.
Die ganze Verschwörung um die Auserwählten bleibt zu lang unerzählt, unerwähnt, dass es als nicht wichtig eingestuft wird. So geht jegliches Interesse verloren, da vor allen Dingen, die 'Anzeichen' schlecht dem Leser hingeworfen werden.
Eine Sache ist jedoch unbekannt und kann diesen Kritikpunkt etwas abschwächen.

  Der ganze Roman spielt entweder auf Bällen, in Alexanders oder Angelicas Haus, somit wird kaum Abwechslung gebracht. Außerdem herrscht Ideenlosigkeit, denn es gibt absolut nichts, das nicht schon gelesen worden ist, in irgendeiner Art und Weise. Auserwählte scheinen hier nur benutzt worden zu sein, um wenigstens eine kleine Geschichte aufweisen zu können.

 Wie jedoch nun die Vampire an hellichten Tagen durch die Straßen laufen oder Knoblauch essen können, wird hier einigermaßen schlicht und doch möglich erklärt, sodass ich da ein wenig mehr begeistert bin.

 Was ich jedoch als sehr störend empfand, sind all die Menschen (also beinahe jede zweite Person im Buch), die so gar nicht formell mit der Portagonistin, die es, übrigerweise, ebenfalls nicht ist, umgehen. Und jedes Mal bringt die Autorin diesen Satz an diese unkonventionellen Stellen: Sie/Er sprach ganz unkonventionell mit ihr.
Brauchte die Autorin dies wirklich, um sich in die Geschichte, die sich im 19. Jahrhundert zuträgt, hineinzufühlen?
Das werde ich jetzt ganz hart ausdrücken, aber: Schrifstellerisches Können ist das nicht. Wenn man es nicht schafft, sich in eine andere Zeit wegtreiben zu lassen. 

Dies war es dann auch für den Inhalt, doch es kommen ja noch zwei Punkte.

Der Schreibstil:

 Enttäuschend. So trifft man auf einen gewöhnlichen, durchschnittlichen, 0-8-15 Schreibstil. Dass Gefühle nicht ankommen, wurde bereits zu Anfang erwähnt. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Die Charaktere: 

 Die Charaktere sind weder tiefgründig, noch weisen sie etwas Besonderes auf, was sie anziehend macht. Plattheit wird hier geboten, keine geschliffenen, widerborstigen Charaktertypen, die aus der Durchschnittlichkeit fallen, zur Analyse drängen. Völlig lustlos folgte ich ihrem Weg.

 An Angelica hatte ich zuvor sehr hohe Erwartungen, da sie ebenso Bücher zu lieben scheint, wie ich es tue. (Einer der Hauptgründe, weswegen ich mir das Buch als Lektüre aussuchte). Doch schließlich macht sie Entscheidungen, die ich gar nicht nachvollziehen konnte, sodass viel Sympathie verloren ging. Durch Vorhersehbarkeit und Plattheit wurde aus dem Charakter etwas Ärgerliches, mit dem es sich rumzuschlagen galt. Eine ihrer Entscheidung, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, hat jedoch ein Problem verursacht, welches vermeidbar ist, aber wohl als Spannungsheber helfen soll. Jaa, Spannung gab's. (Natürlich ein Wortspiel...)

 Und da ist Alexander, der absolut nichts Neues an sich hat: Verlorener Geist, geworden durch den Tod seiner Schwester, 'Blablabla' würde ich ja jetzt hierhin schreiben, aber da es eine ernste, 'sachliche' Rezension werden soll, mache ich wohl weiter: - Er ist attraktiv; - dunkel; -gefährlich; -ein Vampir; -voller Geheimnisse; - lacht nicht viel; - hart und unerbittlich. Und da sind bestimmt noch viele Beschreibungen, die ich anstellen könnte, doch fällt mir im Moment keiner mehr ein. Es reicht doch auch, um euch zu zeigen, dass er ganz der typische (Traum-)Typ ist. 
Außerdem bringt Angelica direkt und sofort sein Herz wieder zum Leuchten, und wenn ich 'direkt' sage, dann meine ich dies auch! Viel zu schnell geht seine Verwandlung vor, und die Liebesgeschichte wird dadurch viel zu flott durchgenommen, wo ich doch die Momente vor dem ersten Kuss als die spannendsten empfinde.

Fazit:

Selbst wenn es nur ein Trivialroman/Unterhaltungsroman sein sollte, erhoffe ich mir doch immer mehr, als dieses Buch mir geben konnte. Enttäuschend. 

 Von mir gibt es keine hohe Punktzahl:

2/5
(nach Verstand und Gefühl vergebene Bewertung)

Titel: Unsterblich wie die Nacht
Autor(in): Mina Hepsen
Verlag: Goldman                                                        Preis: circa 9Euro

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Ich würde mich über Kommentare jeglicher Art freuen! Denn sind es doch die Kommentare, die den Blog beleben...