Rezension: Maddie - Der Widerstand geht weiter/Katie Kacvinsky

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MADDIE DER WIDERSTAND GEHT WEITER (Band 2)
KACVINSKY, Katie

 Buchzusammenfassung

Verraten wird Maddie in ein Umerziehungscenter gesteckt, wo sie schon seit Langem leben sollte. Dort erfährt sie eine wahre Tortur, Folter schlimmster Art, indem ihr schreckliche Albträume eingetrichtert werden, die ihr den Schlaf rauben, jeglichen Appetit. Die Nähe anderer Menschen ist eine Qual, doch ein Aufseher, Gabe, hilft ihr durch die schwere Zeit und bald kann sie sich heimlich mit ihren Freunden treffen, die sie bei ihrem Plan unterstützen, weiter im Center herumzuspionieren, um die schrecklichen Methoden zu offenbaren, offenzulegen, der Bevölkerung nahezubringen. Doch da die Behandlungen bei Maddie nicht zu wirken scheinen, werden die Maßnahmen verschärft. Wird Maddie überleben?

Der Umschlag des Covers und der Titel

Ich finde es eine geniale Idee des Verlages, den Coverstil des vorigen Buches beizubehalten (d.h. das Mädchengesicht und die Schrift), während die rosa/pinke Farbe des ersten Bandes durch das Blau ersetzt wurde. Persönlich finde ich das erste Cover schöner, obwohl Rosa eigentlich nicht meinem Geschmack entspricht. Andererseits, es scheint mir ziemlich unglaubwürdig und eigenartig, aber wahr, bringt das Blau die Technologie stärker hervor, erzählt von der Digitalisierung.

Schade finde ich es jedoch, dass der Verlag Maddies Namen nicht in den Titel eingebunden hat. Der Titel des ersten Buches hat mich umgehauen, auch wenn er sehr einfach war. 

('Die Rebellion der Maddie Freeman') 

Das ist natürlich nur eine Nebensächlichkeit, beinahe schon Unwichtiges.

Der Schreibstil

Da der Roman vor allem über die völlige Digitalisierung der Welt berichtet, werden viele computertechnische Wörter verwendet, die die Technologie somit auch in den Vordergrund rücken.

Maddies Gefühle werden greif-, berührbar geschildert, nachvollziehbar. Wird mit ihr mitgefühlt, nur erzählt, wie eine Isolation aussehen kann, wie ein Mensch, der ständig von Albträumen geplagt wird, sich zurückzieht, in seiner Einsamkeit verschanzt, Angst vor allem jetzt wieder Unbekanntem bekommt.

Währenddessen fließen auch Katie Kacvinskys Gedanken in die Geschichte, weder beiläufig, doch auch nicht herausgestrichen, sodass der Leser sich unbedingt auf jeder zweiten Seite mit einem tiefgründigen Gedanken herumschlagen muss. Unaufdringlich, doch da sind die Überzeugungen, die Warnungen der Autorin. Und nicht, um übersehen zu werden, sondern gelesen und aufgenommen, verarbeitet vom Leser.

Der Inhalt

Der Roman ist durchwegs spannend, lädt zum Weiterlesen ein, ist trotz der vielen Beschreibungen nicht langweilend noch schleppend.
Es passiert nicht sonderlich viel, doch die wenigen Geschehnisse reichen, um eine Geschichte zu schreiben, die vieles ausdrücken möchte, viel kritisiert, doch auch, durch die Personen, ihre eigenen Überlegungen, viele Dinge aufzeigt, die der Wahrheit entsprechen und auch beachtet werden sollten. So ist die Digital School vielleicht nicht schlecht, vielleicht kann man auch etwas Positives finden. Zum Nachdenken wird der Leser angeregt, zum Herausfinden, wo die Wahrheit liegt, was eine gute Sache ist oder nicht.

Natürlich geht auch Maddies und Jasons Romanze weiter, beinhaltet jedoch keine bemerkenswerte Unterschiede anderer. Dem Leser wird die Geschichte weiter ausgeschmückt, anregender, leichter präsentiert, ohne seine ernste Handlung zu verlieren.

Die Charaktere

Es gibt tiefgründige Charaktere, die viele Seiten aufweisen, während andere ein wenig stereotypisch den Weg der Heldin kreuzen. Hat man einfach zu wenig Zeit, um sie kennenzulernen. Alles in allem werden jedoch Charaktertypen aller Art vorgestellt, vorgeführt. Daher ist für Abwechslung gesorgt. 

Besonders Maddies Vater scheint doch nicht der Bösewicht zu sein, für den ich ihn anfangs hielt, auch wenn meine Meinung über ihn sich nicht wirklich ändert. Dafür bleibt er mir einfach zu unsympathisch, 'machtgeil'. In dieser Person kommt der ganze Konflikt der Geschichte wunderbar hervor, wird ausgegraben, aufgezeigt. Den gemeinten Konflikt werde ich nicht hier erklären, es würde dem Roman seine Antriebsfeder, seine nachdenkliche Note nehmen. Soll der Leser selbst lesen, sich eine Meinung während der Lektüre bilden. 

Die schönsten, widerspenstigsten Sätze

'Mein Haus ist einbruchssicher. Ihr könnt mich hier nicht finden. Ich gehöre euch nicht. Das hier ist schließlich nur mein Körper. Nur eine Hülle, nur ein Stück von mir. Mein ganzes Ich passt nicht in euren Käfig.'

Seite 145, Zeile 29-32;
Maddie - Der Widerstand geht weiter;
Katie Kacvinsky;
Boje (Bastei Lübbe)

Hier der Link zur Verlagsseite.                                                    

Das Ende

stellte mich zufrieden, ließ die Handlung für den nächsten Band offen, besaß keinen Cliffhanger, stellt jedoch Maddie vor eine Entscheidung, die im nächsten Buch Gestalt annehmen wird. Der Roman endet gut, schlicht. Ist der Abschluss neutral, ohne ein Happy End, doch auch ohne eine Trauermeldung. Zufriedenstellend.

Fazit

Der Roman war auf alle Fälle sehr unterhaltsam, besitzt verschieden agierende Charaktere, die mit mancher Tiefe ausgestattet wurden, einen besonders interessanten Konflikt, der überdacht, duchkaut werden sollte. 

Trotz der positiven Kritik fehlte mir etwas, was dem Buch zu einer vollen Punktzahl verholfen hätte. Da ich jedoch auch nichts bemängeln kann, gebe ich ihm

5/5  Punkte. 

(nach Verstand vergebene Punktzahl) 

Titel: Maddie - Der Widerstand geht weiter
Autor(in): Kacvinsky, Katie
Verlag: Boje (Bastei Lübbe)                                      Preis: circa 17Euro

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