Rezension: (Die Wolfs-Chroniken) Das Versprechen der Wölfe/ Dorothy Hearst

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DAS VERSPRECHEN DER WÖLFE (DIE WOLFS-CHRONIKEN)   Band 1
HEARST,  Dorothy

 Buchzusammenfassung

Obwohl Kaala aller Wahrscheinlichkeit eine Mischlingswölfin und das Überleben einer solchen verboten ist, gebieten die Höchsten Wölfe, die den Frieden im Großen Tal wahren, dass Kaala eine Chance zu überleben bekommt.

Sie wächst in Zorn, in Misstrauen, in Ungerechtigkeit auf, wird aber von ihren loyalen Freunden (Ázzuen und Marra und Titloo - ein Rabe) unterstützt, findet auch Zuneigung bei anderen Wölfen aus dem Rudel.

Trotz allem schwebt eine schicksalhafte Prophezeiung über ihr, bedroht ihr Rudel.
Durch ihre Abstammung fühlt sich Kaala außerdem zu den Menschen hingezogen, doch ist der Kontakt strengstens untersagt, denn Wolf und Mensch verloren sich einst in einem Kriege und weiteres Annähern soll seit jeher vermieden werden.

Kaala muss ihren Platz im Rudel festigen, sucht gleichzeitig nach der Wahrheit, die sich hinter den Legenden versteckt, versucht, die Geheimnisse der Höchsten Wölfe aufzudecken. Wird es ihr gelingen?

Der Umschlag des Buches

Der Umschlag ist sehr geheimnisvoll gehalten, gleichzeitig aber auch offen. Er gibt sehr gut wieder, worum es in diesem Roman geht, ohne zu viel zu verraten. 
Ich finde das Cover wunderschön, besonders, da es etwas Einmaliges, eine Eigenart besitzt, die den Blick des nach einem Buch Suchenden auf sich zieht.

Der Schreibstil

Der Schreibstil ist einfach gehalten, flüssig zu lesen, ohne besonders aufzufallen. Und doch nimmt er den Leser ein, kann die Stimmungen diesem sehr gut nahebringen. Nichts Auffallendes bestimmt ihn also, versprüht trotzdem Charme.

Der Inhalt

Viel erfährt man über Wölfe, besonders ihr Verhalten wird des Öfteren genauestens wiedergegeben, sodass dem Leser Einblicke in das Handeln von Wölfen vergönnt ist.
Demnach gibt es auch Stellen, die sich ziehen, zäh wirken, gerade weil das Verhalten der Wölfe durchanalysiert, durchgekaut wird. Dies ist ein wenig von Langeweile geprägt, trotz allem bleibt die Faszination, die die Autorin verspürt und niederschreibt, in diesem Werk gefangen, greift auf den Leser über. 

Vor allem ist das Leben der Wölfe von Normalität, von Monotonie durchsetzt, sodass nicht auf jeder zweiten Seite eine Überraschung auf den Leser wartet. Und trotzdem schafft es die Autorin, das Lesen voranzutreiben, schafft es, manche Begebenheit einzustreuen, die aus der Norm fällt, Spannung enthält.
Doch besonders und vor allem endet das Buch wirklich aktionsgeladen, sodass es mir unmöglich war, es zur Seite zu legen.

Auch die Emotionen der verschiedenen Wölfe drangen zu mir durch, so ist alles stimmungsvoll, alles greifbar.
Außerdem schien mir persönlich auch ein wenig Nachdenkliches (Vorurteile gegenüber Fremdem)  im Roman aufzutauchen, wobei ich mir dieses Punktes nicht vollkommen sicher bin. Dies scheint nicht unbedingt beabsichtigt, sondern eher eine Randbemerkung.

Die Charaktere

Kaala war mir zuvorderst sehr sympathisch, da sie viele Charakterzüge aufwies, die auch mir eigen sind, die mich auszeichnen. Demnach hatte ich anfangs keine Probleme mit ihr, was sich nach und nach änderte, denn sie trifft dumme Entscheidungen, handelt unüberlegt, denkt manches Mal egoistisch, bietet in einer besonders wichtigen Sache dem Aggressor nicht ihre Stirn (was mir gar nicht gefallen hat), sondern zieht wie ein 'Ringelschwänzchen' den Schwanz ein, obschon sie stark, zäh ist, sich nicht unterkriegen lässt. Das waren dann kritische Momente, in denen ich mir die Haare raufte, hoffte, hoffte, es möge doch besser werden. 
... Und das wurde es wirklich. Je mehr ich der Mitte entkam, je mehr der Roman dem Ende zuging, umso mehr verschwand meine Wut, verschwand das Unverständnis. Bald konnte ich sie wieder verstehen, konnte mich in sie hineinversetzen.
Dass auch sie Fehler macht, bringt sie näher, macht sie wirklicher. Nun, am Ende angelangt, empfinde ich Zuneigung zu ihr, denn spiegelte sie mich zu großen Teilen wider.

Auch findet man auf andere Nebenfiguren, die ihre eigenen Züge aufweisen, anders handeln. So ist dort Ruuqo, der Leitwolf, der mir absolut nicht sympathisch war, aber auch zum Wohle seines Rudels strebte, wodurch er viele edle Charakterzüge aufwies.
Es gab eine Vielzahl an 'Personen', die verschieden waren. Und eine Vielzahl an Figuren, die meine Zuneigung für sich gewonnen haben.

Mir war leider eine einzige Person, die recht wichtig für die Geschichte ist, zu platt für die Rolle, in der sie sich befindet. Mehr Begegnungen hätte es gebraucht, damit ich mich ihr näher verbunden fühlte.

Der Satz, in dem Titloo das Amüsanteste des Buches macht

 Titloo pickte eine Spinne auf und warf damit nach dem Höchsten Wolf.

Seite 433, Zeile 29-30;
Die Wolfs-Chroniken Das Versprechen der Wölfe;
Dorothy Hearst;
Fischer Taschenbuch Verlag. 

Hier der Link zur Verlagsseite.


Fazit

Obwohl ich in der Mitte des Romanes Schwierigkeiten mit der Protagonistin hatte, ist die Geschichte interessant gestaltet, gönnt Einblicke in das monotone Leben eines Wolfes, kann mit mystischen Elementen daraus etwas sehr Lesenswertes machen.
Ein Buch, das mehr Beachtung geschenkt bekommen sollte.

Trotz mancher Kritik lasse ich meine Punktzahl bei

5/5

(nach Gefühl vergebene Punktzahl)

Titel: Die Wolfs-Chroniken Das Versprechen der Wölfe
Autor(in): Dorothy Hearst
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag                                  Preis: circa 9Euro

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