Lesestadium 4: Century Love - Tödliches Fieber/Dee Shulman

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Lesestadium:

4. Lesestadium und Ende

Zuvorderst all das Negative, das mich während des Lesens beschäftigt hat:

Die Eifersucht zwischen Ruby (Evas ehemaliger Internatsfreundin) und Eva scheint vorprogrammiert, also leicht gekünstelt, systematisch, um jemand 'Böses', einen Gegenspieler zu haben, was bei diesem Roman, meiner Meinung nach, absolut nicht nötig ist, da das Grundgerüst durch das Rätsel errichtet wurde. Damit wurde eine Schwierigkeit eingebaut, die umgehbar ist, derer wir uns entbehren können, die nicht sehr wichtig für die Geschichte ist (außer wenn später dies noch eine Rolle spielen, der Handlung zu etwas Entscheidendem beeinflussen wird).
Ebenso wird Eva von allen Jungen bewundert, auf Händen getragen, wobei ich mich nicht entscheiden kann, ob dies 1. ihrer Schönheit wegen passiert, 2. weil sie es ist. Zu ungeklärt bleibt es mir, eine Randnotiz nur. Ich empfinde es als lästig, denn so wirklich einen Grund kann ich nicht darin erkennen, was mich furchtbar frustriert.

Mich hat es mehr gestört als zur Bewunderung hingerissen, weil sie dies alles gar nicht möchte, diese ganze Aufmerksamkeit verabscheut. 
Und (markieren) *Spoiler Wann, zum Teufel nochmal, hat sich Rob in Eva verliebt?? Spoiler*


Somit leite ich auch den nächsten Kritikpunkt ein: Ich fühle einfach so viel für Eva wie für einen Kaktus (also gar nichts, was einer mir missglückten ersten Begegnung mit letzteren in meiner Kindheit zu verdanken ist). Ich weiß, dass ich im vorigen Lesestadium erwähnt habe, dass ich mich besser in sie hineinversetzen konnte, was mir auch in diesem Abschnitt gelingt, doch trotz allem heißt das nicht, dass ich mich mit ihr identifizieren kann, geschweige denn irgendwie eine anständige Bindung mit ihr aufbauen. Demnach fand ich ihre 'Einsamkeit' lächerlich, überhaupt nicht nachvollziehbar. Verständlich wäre es für mich gewesen, wenn mehr darauf bestanden worden wäre, dass sie von ihrer Mutter nicht geliebt wird, dass sie niemals Freunde hatte. Aber dass dies nur wenige Male hervorgehoben wird, ist nicht genug, dass ich das als nachvollziehbar erachten kann.

Außerdem werden viele wissenschaftliche Ausdrücke benutzt, die ungeklärt bleiben, was arg zermürbend ist, weil der Leser das Internet oder Wörterbücher durchforsten muss. Andererseits darf sich der Leser nicht wundern, weil Eva hochbegabt ist...

Um etwas Positives anzumerken: Die Handlung schreitet zügig voran, jetzt geht alles Schlag auf Schlag, wird der Leser mitgerissen. Mehr Erkenntnisse über das Fieber brechen über einen herein, treiben den Leser zum Nachdenken an. Das Ende kommt ein wenig abrupt, macht aber auf jeden Fall neugierig auf den nächsten Band.

Für diesen Abschnitt vergebe ich, weil er mir doch irgendwie (trotz all der Kritikpunkte) gut gefallen hat:

2/3

Ein kleines Fazit zum Ende in Gedankenstrichen:

- Eine Protagonistin, die mich nicht sonderlich interessiert hat 
- Ein Protagonist mit spannender Geschichte
- Wissenschaft spielt eine große Rolle
- Ein mysteriöses Fieber, das die ganze Handlung antreibt, Neugier weckt
- nicht nachvollziehbare Bewunderung anderer für die Hauptperson
- Ärgerlicher, unnötiger Moment, der einem ein wenig den Geschmack des Buches versauert
- flüssiger, leichter Schreibstil mit gut dosierter Jugendsprache
  

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