Rezension: Ich blogg dich weg / Agnes Hammer

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ICH BLOGG DICH WEG
HAMMER, Agnes

(Quelle

Buchzusammenfassung

 Julie ist beliebt, schön, scheint alles zu haben, was sie begehrt. Doch eines Tages bekommt sie gemeine E-Mails von Stüpp7, der sie bedroht, terrorisiert. Daraufhin tauchen ein Fake-Profil auf, eine Internet-Seite, die über Julie lästert. Julie zerbricht unter dem Cyber-Mobbing mehr und mehr, traut niemandem außer ihren Freunden. Wer ist so gemein, dass er Julies Leben so gewaltig ungerecht auf den Kopf stellt, dass sie an sich zweifelt? Und wird das alles irgendwann einmal ein Ende finden?


Der Schreibstil

Der Schreibstil ist nicht anspruchsvoll, lässt sich leicht und flüssig lesen, kann Julies Gefühle klar ausdrücken, ohne distanziert zu wirken.

Der Inhalt 

 Es passiert in diesem schmalen Roman nicht viel. Die Hälfte der Zeit kommen Bekannte von Julie vor, erzählen aus ihrem Leben, erzählen aus ihrer Sicht von dem Mobbing.
Julies Innenleben wird dem Leser veranschaulicht, ohne dass dieser teilweise von ihren Erlebnissen berührt ist. Zu wenig Kapitel werden der Hauptprotagonistin gewidmet, sodass ein wenig Abstand zwischen dem Leser und der Geschichte bleibt.
Stellenweise jedoch sind Julies Gefühle sehr greif-, nachvollziehbar, dass man sich wie sie alleine, verlassen, unersichtlich gemobbt fühlt. 

Gleichzeitig gestaltet der Roman sich ein wenig als Krimi, denn genau wie Julie möchte der Leser erfahren, wer nun hinter all diesen Angriffen steckt. Viele Verdächtige werden vorgeführt, sodass man wankelmütig eine Person, dann die nächste ins Visier nimmt. Zum Ende hin enthält dies eine kleine Überraschung. 

Leider muss ich zugeben, dass ich trotz der angeführten Argumente, wodurch der/die Täter/in sich zu verteidigen versucht, nicht ganz nachvollziehen konnte, sie als zu widerlich, zu unbegründet empfand. Zu wenig wird darauf gepocht. 

Der Roman hat mir wieder einmal gezeigt, wie scheußlich, wie ekelerregend die Leute nur sind. 

Die Charaktere

Mit Julie konnte ich mich teilweise nicht identifizieren, konnte ihr Handeln nicht ganz akzeptieren, tolerieren, weil ich es auf eine andere Art gemacht hätte. Auch zu blass bleibt sie am Anfang, denn schon bald fangen die Mobbing-Attacken an, sodass man nicht genügend Zeit hat, die Hauptprotagonistin kennenzulernen.
Das hat bei mir dazu geführt, dass ich aufgrund mancher ihr angehangener, durch Personen nacherzählter Tat ebenfalls nur den Kopf schütteln konnte und ein wenig Sympathie für sie verlor. 

Auch mit vielen anderen 'Mitspielern' konnte, wollte ich mich nicht anfreunden. So stießen sie mich durch ihre Bissigkeit, Zickigkeit (Ela) ab oder waren einfach nur kleine Mitläufer-Ratten. 

Der Satz, der die ganze Ignoranz der Menschen enthüllt

Komm, das ist doch nur Show!
muck187

Seite 143, Zeile 19-20;
Ich blogg dich weg;
Hammer, Agnes;
Loewe Verlag.

Hier der Link zur Verlagsseite.  


Fazit

 Eine kleine Geschichte über Mobbing, die dem Leser zeigt, wie sehr diese Beleidigungen, dieses Unter-Druck-Setzen, Kaputt-Machen die Menschen zu kraftlosen, schutzbedürftigen Wesen werden lässt.

3,5/5
(nach Gefühl bewertet)  

Titel: Ich blogg dich weg 
Autor(in): Agnes Hammer
Verlag: Loewe                                                           Preis: circa 6Euro

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