Rezension: Meine erste Lüge - Marina Mander

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MEINE ERSTE LÜGE
MANDER, Marina

(Quelle)

Buchzusammenfassung

Als Lucas alleinerziehende Mutter plötzlich stirbt, bleibt er verlassen und einsam zurück. Da er in kein Waisenhaus gehen möchte, hält er den Tod seiner Mutter vor allen geheim, was ihm durch seine Intelligenz gelingt, obwohl sich manche Hindernisse vor ihm auftürmen.
Wird seine Lüge in sich zusammenbrechen? Wird jemand seine Mutter entdecken?

Der schwierige Weg eines im Stich gelassenen Kindes, welches versucht, seinen Ängsten nicht nachzugeben.


Der Umschlag des Buches

Der Umschlag des Romanes spiegelt die plötzliche Freiheit (ausgebreitete Arme, weite Straße, riesiges Feld) und die Schwierigkeiten (das Einrad), sich jetzt als Waise in dieser Welt wiederzufinden.
Ein überaus begeisterndes Cover.

Der Schreibstil

Der Schreibstil war kräftig, kindgerecht, aber wiederum konnte man die Intelligenz, die Reife und Fantasie des Kindes spüren. Abschweifend, gefasst, aber ebenfalls traurig.

Wenn mir auch der Schreibstil persönlich nicht zugesagt hat, so ist er doch eindrucksvoll, hinterlässt Spuren der inneren Verwüstung.
Der Inhalt

Lucas Gefühlsleben wird detailliert beschrieben, wird beschaulich durch seine fantastischen Einfälle dargelegt. Dieser Roman ist nachdenklich, voller Ideen, was leider jedoch manches Mal ins Langatmige abrutscht.

Ein dünnes Buch mit wenig Handlung, aber vielen Gedankenspielen. Ganz interessant fand ich die Rückblicke, die die Beziehung der Mutter und Luca gut beleuchteten, darstellten, dass man ein Gespür für beide Protagonisten entwickeln konnte.

Der Roman endet offen, obschon man sich recht gut vorstellen kann, was passieren wird. Dies ist ein schönes, offenes Ende, welches zufriedenstellt, die Melancholie des Buches noch stärker hervortreten lässt, ohne sich als zu traurig zu erweisen.

Die Charaktere

Alles in allem kommen ungefähr 10 Personen in der Geschichte vor, was nicht viel ist, dennoch genügt. Kurz werden sie vorgestellt; Außer dem Protagonisten, der Mutter desjenigen und Blu, der Katze, bedarf es keiner weiteren.

Luca ist zerissen, ist klug, hat eine erstaunliche Einbildungskraft. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen, seine Tapferkeit, sein starker Wille haben mich beeindruckt. 
Man fiebert mit ihm, betet, dass für ihn alles gut enden wird.

Der symbolisch schönste Satz

 Luca erklärt, das Zusammenleben mit seiner Mutter war insofern anstrengend, dass man lebte, als sei ein Gewitter allzeit bereit auszubrechen, man wisse nie, ob es käme, man müsse immer auf der Hut sein.

Jetzt ist das Gewitter gekommen, wir sind alle dabei zu ertrinken, auch wenn Blu und ich noch den Kopf über Wasser halten. Katzen mögen auch kein Wasser, Katzen sind in Heimen nicht zugelassen.

 Seite 109, Zeile 18-22;
Meine erste Lüge;
Marina Mander;
Piper Verlag

Hier der Link zur Buchvorstellung des Verlages.

Fazit

Ein berührender, nachdenklicher Roman, dessen Schreibstil mir nicht gefiel, trotzdem ergreift. Leider gibt es viele Längen, die das Lesen schleppend werden lassen.

4/5
(nach Verstand vergebene Punktzahl)

Titel: Meine erste Lüge
Autor(in): Mander, Marina
Verlag: Piper                                                           Preis: circa 9Euro (Taschenbuchformat)

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