Rezension: Dornröschentod / Christine Féret-Fleury

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Rezension:

DORNRÖSCHENTOD

FÉRET-FLEURY, CHRISTINE



Buchzusammenfassung



Jahrelang sucht die Polizei schon nach der Spindel: einem Mörder, der blonde Mädchen an ihrem 16. Geburtstag tötet. Als Ariane aus einem Gespräch ihrer Eltern heraushört, dass auch sie bedroht ist, ergreift sie die Flucht und taucht unter. Die Spindel ist ihr jedoch auf den Fersen und die Polizei ist im Wettlauf gegen die Zeit. Jude (ein Polizist) versucht alles, um die Spindel zu fangen, denn auch er ist von den Spindelmorden betroffen.



Buchumschlag



Ein blondes Mädchen, das auf Blumen gebettet scheint (so wie die Spindel ihre Opfer darstellt). Die Augenfarbe des Mädchens stimmt mit den Hintergrundfarben des Titels überein. Ein Blickfang für einen sanften Roman, doch erst die Umrandung des Umschlages und die Art der Titelschrift enthüllen das wahre Genre der Geschichte (Thriller).

Schreibstil

Ein angenehmer, einfacher Schreibstil. Sprachlich gewandt kann die Autorin verschiedene Atmosphären erschaffen, Spannung erzeugen und den Figuren Leben einhauchen.



Inhalt



Der Thriller ist von Anfang an spannend, es gibt keine lange Einleitung, bei der die Personen vorgestellt werden.

Verschiedene Personen kommen zu Wort, in jedem Kapitel wechselt die Sicht, so dass man einen guten Überblick hat, Puzzleteile zusammenfügen kann, ohne das Rätsel vollends zu lüften. Immer wieder treten neue Wendungen auf, kleine Indizien werden nach und nach in die Geschichte gestreut, die Beweggründe der Spindel bleiben jedoch bis zum Ende ein Geheimnis und werden erst im "Finale" aufgedeckt. Selbst als erfahrene Leserin bin ich nicht auf die Gründe gekommen.

Die Idee ist durchdacht, ich konnte keine Ungereimtheiten finden. Und der Ablauf erscheint nicht konstruiert.

Dass Jude Polizist wie sein Vater ist und seine Schwester Kriminalpsychologie studiert, finde ich ein wenig zu weit hergeholt. Es wundert mich, dass alle drei einen sehr ähnlichen oder verwandten Beruf ausüben (wollen). In Betracht der Umstände wäre eine Abneigung gegenüber dieser Berufsarten nicht auszuschließen.
Diese Bemerkung soll nur am Rande sein und die Rezension nicht in einem negativen Licht rücken.

Es gibt einige Mängel, zu denen ich etwas sagen muss. 
Zum Beispiel wäre da eine Szene, die vielleicht nötig war, um eine weitere Person in Erscheinung treten zu lassen, doch für mich persönlich war diese Szene absolut nicht vonnöten. Es schien ein wenig surreal, dass Ariane erst von einem Mörder verfolgt wird und dass am Ende in einer Sackgasse ein anderes Schicksal sie ereilen solle.

Außerdem waren mir die Personen, die Ariane zu Hilfe eilen, alle zu vertrauensselig, obwohl sie überhaupt nichts von ihr wissen. Wieder einmal schien es nicht ganz realistisch, dass Ariane ohne Wenn und Aber so sehr verteidigt und beschützt wird.

Die Charaktere

Ariane ist für mich zu flach geblieben. Man hat Einblick in ihre Gedanken und doch fehlt etwas, um sie vollends zu verstehen und mit ihr zu fühlen. Stellenweise habe ich sogar den Kopf über sie geschüttelt, weil sie manchmal sehr dumm reagiert und mir kein ausschlaggebender Grund eingefallen ist, wieso sie so handelt. Einige Dinge über sie sind bekannt, die vielleicht erklären können, weswegen sie so hilflos scheint (schließlich ist sie ihr Leben lang bewacht worden), dennoch können diese Dinge nicht ihre Ängstlichkeit, die sie im ganzen Verlauf des Buches scheint, aufwiegen. Spoiler (markieren) Erst läuft sie vor dem Mörder davon, danach schmeißt sie sich ihm regelrecht in die Arme. Spoiler Ende.
Und diese eine Reaktion kann nicht übersehen werden und zieht die Bewertung ein ganzes Stück runter, da es so scheint, als habe die Autorin keinen anderen Ausweg gefunden, um das Finale spannend zu gestalten.

Jude dagegen war ein sehr sympathischer Charakter. Seine Haltung war angenemessen und verständlich.

Die anderen Charaktere waren alle ein wenig zu blass, sie hatten alle etwas mehr Potenzial und man hätte das besser ausbauen können.

Fazit 

Ein unterhaltsamer, spannender Thriller, der schnell gelesen ist, aber vor allem durch die Handlungen der Protagonistin auf Ablehnung stoßen kann.  

3,5/5
(nach Verstand vergebene Punktzahl)

Titel: Dornröschentod
Autor(in): Christine Féret-Fleury
Verlag: Ravensburger Buchverlag                             Preis: circa 10Euro

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