Rezension: Dem Horizont so nah / Jessica Koch

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Rezension:
DEM HORIZON SO NAH
KOCH, JESSICA

 (Quelle)

Buchzusammenfassung

 Jessica ist 17, als sie Danny kennenlernt. Damit beginnt ein turbulenter Abschnitt ihres Lebens, denn Jessica muss viel Mut und Vertrauen beweisen: Nicht alles ist, wie es scheint. Jessica lernt eine andere Welt kennen, eine Welt, die weniger sorglos als die bis dahin ihrige ist. Doch sie begegnet nicht nur Schlechtem, sondern auch Menschen, die mit ihr durch dick und dünn gehen. Aber reicht dies, um einer Zukunft entgegenzublicken, die vorprogrammiert und tragisch ist?



Der Umschlag des Buches

Ein beinahe helles Cover, das sich perfekt dem Titel anpasst, der wiederum auch zu der Geschichte eine tiefe Verbindung hat.

 Der Schreibstil

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, man folgt der Geschichte mühelos. Klar bringt die Autorin auf den Punkt, was es zu sagen gibt, ohne gefühllos zu sein. 


Der Inhalt

Jedes Kapitel beginnt mit einem Datum, was an sich keine schlechte Idee ist, hier jedoch ein wenig die Handlung abgehackt erscheinen lässt. Es gibt stellenweise zu große Zeitabschnitte, auch weil beinahe kaum etwas über Jessicas Leben außerhalb von Dannys "Welt" bekannt ist. Alles spielt sich hauptsächlich bei ihm ab, was einerseits logisch ist, da der Hauptmerk auf ihm liegt, dennoch hätte ich mir etwas Abwechslung gewünscht, um Jessica auch auf andere Weise kennenzulernen.

 Am Anfang ist die Geschichte etwas eintönig, es passiert nicht sonderlich viel Spannendes. Erst zur Mitte hin nimmt der Roman dann rasant an Fahrt auf. Ab diesem Moment konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Die Situation wird immer brenzliger, nachdem Jessica die ganze Wahrheit über Danny erfahren hat. Das eine Desaster schließt das andere nicht aus, und so suchen die beiden einen Weg, um damit klarzukommen und so gut wie möglich weiterzuleben. Es gibt einige schockierende Dinge, die ans Tageslicht kommen. Geheimnisse und traurige Geschehnisse. Die Autorin streift nicht nur ernste Themen, sondern spricht sie direkt an, was vor allem daran liegt, dass diese Geschichte sich darum dreht und auf Wahres beruht. Unterschwellig übt die Autorin dabei Kritik aus. 

Es ist keineswegs eine Liebesgeschichte, die nur von alltäglichen Problemen berichtet. Nein, es ist eine Geschichte über den Alltag "ungewöhnlicher" Menschen, Menschen mit Traumata, die dennoch einen Weg herausgesucht haben.
Die Erklärungen, die die Autorin nebenher einstreut, haben mir einige Dinge beigebracht.

Witzige Stellen wechseln sich mit sehr ernsten ab. Traurigkeit liegt in den Zeilen, aber auch Lebendigkeit. 

Die Charaktere

Besonders drei Figuren sind sehr detailliert beschrieben, ihre Tiefe rührt vor allem daher, dass ihnen einen so großen Platz in der Geschichte gewidmet wird. 
Es sind nicht einfach lieblos erschaffene Charaktere, sondern Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten und sehr schönen Seiten. 

Während Jessica anfangs noch ein Mädchen ist, das gedankenlos durch die Welt geht, macht sie eine kleine Verwandlung durch, wird vernünftig und vorurteilslos. Manchmal jedoch ist sie mir etwas zu bockig, etwas zu naiv oder zu verständnisvoll, je nach der Situation. Nicht immer konnte ich alle ihre Reaktionen nachvollziehen, dennoch war sie mir sympathisch.

Zunächst hatte ich mit Danny Probleme. Ich bin nicht richtig warm geworden. Dies hat sich aber im Laufe des Romanes geändert. Sein starker Wille und seine Lebensfreude haben mich positiv zurückgelassen, obwohl ich ihn an manchen Stellen trotzdem noch schütteln wollte. Seine Handlungen sind realistisch beschrieben, keineswegs übertrieben.

Christina (die Mitbewohnerin und beste Freundin Dannys) konnte ich bis zur Mitte ungefähr absolut nicht ausstehen, danach ist sie mir aber sehr ans Herz gewachsen. Sie beweist, dass man hinter die Fassade blicken muss, um einen Menschen zu kennen. Und das nicht alles immer einfach zu bewältigen ist. Auch ihre Reaktionen und Gedanken sind nachvollziehbar.

Die anderen Charaktere haben beinahe kaum Augenblicke in diesem Roman, wodurch man sie nicht näher kennenlernt und auch etwas flach bleiben.

 Fazit 

Eine berührende Liebesgeschichte, die Tabuthemen anspricht, von Schrecklichem berichtet, aber nie das Leben als vollkommen trist dastehen lässt.

4/5
(nach Verstand und Gefühl vergebene Punktzahl)

Titel: Dem Horizon so nah
Autor(in): Jessica Koch
Verlag: FeuerWerke Verlag
ISBN eBook: 978-3-945362-18-1
ISBN Taschenbuch: 978-3-945362-19-8
Internetseite: http://www.feuerwerkeverlag.de/book/dem-horizont-so-nah/

 Ich bedanke mich ganz herzlich für das Rezensionsexemplar!

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