Rezension: Elias & Laia Die Herrschaft der Masken / Sabaa Tahir

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Rezension:
ELIAS & LAIA DIE HERRSCHAFT DER MASKEN             Band 1
TAHIR, SABAA


(Quelle)

 Buchzusammenfassung

In einer Stadt der Gewalt muss Laia sich behaupten, um ihren Bruder zu retten. Dafür muss sie sich als Sklavin dort einschleichen, wo die Masken ausgebildet werden, dort, wo auch der Mörder ihrer Großeltern das Töten gelernt hat. Elias dagegen ist eine Maske. Er sehnt sich nach Freiheit und sich von den Fesseln Schwarzkliffs (dem Ausbildungsort der Masken) zu befreien. Beide leiden unter dem Regime, auf andere Weise. Beide müssen sich den Gefahren des Aufbegehrens stellen.

Der Umschlag des Buches 

Ich finde das Cover sehr schön, die Sandfarbe und die antike Ausstattung (das Amphitheater im Hintergrund) passen zu der Geschichte, ebenso das Gesicht, halb verdeckt von der Maske.

Der Schreibstil

Die Autorin erschafft eine ganz neue Welt mit bereits Bekanntem: So gibt es viele antike Elemente, vermischt mit anderen Kulturen. Ihr Schreibstil passt sich diesem Umstand an, es wird eine etwas altmodischere, nichtsdestoweniger eine schöne Sprache benutzt. Die Beschaffenheit der Welt wird perfekt beschrieben, sodass man sich hineinversetzt fühlt. Tahir Sabaa kann eine Geschichte mit gewaltigen Worten entstehen lassen.

Der Inhalt 

Die Kapitel sind in zwei verschiedenen Sichten geschrieben, sodass wir Laia und Elias in ihren Abenteuern folgen können. Dies hat zu manchem Cliffhanger nach einem Kapitelwechsel gesorgt, was die Handlung unglaublich vorantreibt.
Die Geschichte beginnt rasant und bleibt es bis zum Schluss.

Viel Brutalität wird beschrieben, viel Grausames findet statt. Und doch findet man zwischen den Zeilen viel Hoffnung, viel Gefühl, viel Stärke und stilles Aufbegehren. 

Der Roman beschreibt sehr realistisch, wie die Menschen unter einem Regime leiden und wie schwierig es ist, sich zu wehren, ohne anderen dabei unwillentlich Schaden zuzufügen.

Ein kleiner, sehr, sehr kleiner Minuspunkt ist, dass nicht alle Intrigen immer ganz verständlich sind oder die Intrigen gerade vom Leser verstanden werden, während Laia noch hadert und sich auf jedermanns Wort verlässt.

Ein anderer negativer Aspekt: Laia sticht an mehreren Stellen durch ihre Schönheit hervor (auf einem Tanzabend, bei dem viele Jungs sie beobachten etc.). Es ist etwas deplaziert und viel zu kitschig für die Geschichte. Hätte die Autorin auf dieses Klischee-Element verzichtet, wäre mir Laia bestimmt sympathischer gewesen und ich hätte den Roman etwas ernster genommen.

Auch noch etwas vollkommen Unnötiges ist die Liebes-/Vierecksgeschichte. Es wird wenig auf die Liebe eingegangen, die romantischen Stellen finden kaum Erwähnung, was auch perfekt zu der Geschichte passt. Dennoch war ich entsetzlich enttäuscht, als Laia etwas mit einem Rebellen anfängt und gleichzeitig für Elias schwärmt. Wäre es bei Elias und Helena eine wirklich ernstzunehmende Dreiecksgeschichte, hätte es der Handlung einen Reiz verliehen, da Helena eine wichtige Rolle spielt und die genialen Verstrickungen dem Roman etwas Eigenes geben, etwas sehr Realistisches. Doch in Laias Fall ist es deplatziert, unnötig, zu früh entwickelt und nicht einmal ansatzweise realistisch, da es einfach zu viel Eckbeziehungen sind und nicht zur Handlung beiträgt.
Elias und Laia finden zueinander, aber sehr langsam und sehr wenig, was ich sehr schön fand, da es nicht übertrieben daherkommt.

Das offene Ende macht neugierig auf die Fortsetzung, da vieles noch zu entdecken gilt.

Die Charaktere

Die Personen sind gut herausgearbeitet, besonders Laia und Elias machen eine große Entwicklung durch, sind komplex. Andere dagegen erscheinen geheimnisvoll oder nur abgrundtief böse.

Von den beiden Hauptcharakteren konnte ich mich am besten mit Elias identifizieren, da Laia mir an manchen Stellen einfach zu naiv oder nervig war (auch wegen der oben genannten Vierecksbeziehung).

Ungerechtigkeit in zwei Sätzen

 "Sie ist eine Sklavin, Elias. Sklaven sterben ständig."

Seite 362, Zeile 23;
Elias & Laia Die Herrschaft der Masken;
Sabaa Tahir;
one Verlag.
Hier der Link zur Verlagsseite.

Fazit 

Ein eindrucksvolles Debüt, das die Herrschaft eines Regimes nicht verschönigt. Ein Debüt, das viele Fragen für den zweiten Teil offen lässt.

 4/5
(nach Gefühl vergebene Punktzahl)


 Titel: Elia & Laia Die Herrschaft der Masken
Autor(in): Sabaa Tahir
Verlag: one Verlag                              Preis: circa 17Euro (auch als Taschenbuch erhältlich)

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