Rezension: Geisterfjord / Yrsa Sigurdardóttir

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GEISTERFJORD
SIGURDARDÓTTIR, YRSA


 (Quelle)

 Buchzusammenfassung

In einem Kindergarten wird auf unerklärlicher Weise eingebrochen. Der Psychiater Freyr soll den Ort begutachten, dabei stößt er auf Parallelen zu einem anderen Fall, der sich ein halbes Jahrhundert vorher ereignet hat. Damals war in einer Grundschule auf die gleiche Art und Weise eingebrochen worden.

Im gleichen Moment befinden sich drei junge Personen in einem menschenleeren Dorf, wo sie ein Sommerhaus renovieren wollen. Doch seltsame Geschehnisse erschweren die Renovierungsarbeiten und lassen die drei Personen verzweifeln. 

Inwiefern passen beide Geschehnisse zusammen? Welche Geheimnisse birgt das Sommerhaus, die in Zusammenhang mit den Einbrüchen stehen?


Der Umschlag des Buches

Rätselhaft, düster und mit einer verlassenen Umgebung präsentiert der Verlag den Thriller von Yrsa Sigurdardóttir. Dazu kommt noch der unheimliche Titel und die Mischung ist perfekt, um den Leser neugierig zu machen!

Der Schreibstil

Gekonnt erschafft Yrsa Sigurdardóttir bereits mit den ersten Sätzen eine beklemmende Atmosphäre. Der leicht zu lesende Schreibstil beschreibt bildhaft, aber nicht verschnörkelt die Umgebung und die Personen.

Der Inhalt 

Jedes Kapitel spricht entweder aus der Sicht von Freyr oder aus der Sicht von Katrín (einer der drei Personen in dem verlassenen Dorf). Dies ist sehr abwechslungsreich. Dabei schafft die Autorin es, nach jedem Kapitel einen gemeinen Cliffhanger einzubringen, sodass man es nicht erwarten kann, die nächsten Kapitel anzufangen.

Für den Inhalt spricht vor allem der mysteriöse, übersinnliche Aspekt der Geschichte. Bereits in anderen Büchern der Autorin gab es unerklärliche Phänomene, doch in diesem Roman wird sich fast ausschließlich darauf basiert. Da ich ein Fan von Geistern und seltsamen Erscheinungen bin, konnte mich das absolut überzeugen. Der Schrecken kann einem stark zusetzen und Schauer verursachen.

Manchmal benutzt die Autorin Stilelemente, die man aus anderen ihrer Romane bereits kennt.

Die Krimigeschichte ist logisch aufgebaut, es gibt keine Unstimmigkeiten und des Rätsels Lösung wird zuallerletzt verraten (wobei ich manches ahnte, aber sehr stark im Dunkeln tappte).

Am Ende bleiben manche Dinge offen, was ich einerseits von dieser Autorin gewohnt war, doch dieses Mal sind zu viele Dinge unerklärt. Ein wenig mehr Aufklärung hätte ich mir gewünscht, obwohl es auch Sinn macht (wenn man den an den übersinnlichen Aspekt denkt).

Die Charaktere 

Und wieder schafft es die Autorin verschiedene Figuren mit eigenen Charakterzügen auszustatten. Diese Personen betrachtet man aus der Distanz, ohne ihnen zu fremd zu sein. Obschon sie einem am Anfang sympathisch sein können, werden nach und nach Fehler aufgezeigt, die dem Leser realistisch darstellen, dass nicht jeder vollständig gut ist. 

Eindrucksvoll kann die Autorin dennoch das Gefühl von Mitleid und Erbarmen entstehen lassen. Ohne große Worte spricht sie von Schmerz, Sühne und erweckt hilflosen Zorn.

Schuld

Er war zu müde, traurig und nachdenklich, um das leise Kichern zu bemerken, das aus Úrsúlas Zimmer drang, nachdem er die Tür hinter sich zugezogen hatte.

S. 356, Zeile 27-29;
Geisterfjord;
Yrsa Sigurdardóttir;
S. Fischer Verlag.
Hier der Link zur Verlagsseite.

Fazit

Ein gelungener Thriller, der einen in Angst und Schrecken versetzt und über Sühne nachdenken lässt. Ein Roman, der mit Logik  und Rätseln aufwartet, ohne langweilig zu werden.

5/5
(mit Gefühl vergebene Punktzahl)

Titel: Geisterfjord
Autor(in): Yrsa Sigurdardóttir
Verlag: S. Fischer Verlag                                   Preis: (Taschenbuch) circa  Euro

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